Frauenkrankheiten


Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane

Akute Adnexitis

Akute Adnexitis (Eileiter- und Eierstockentzündung, Salpingoophoritis, [acute] pelvic inflammatory disease, PID): Akute Entzündung von Eileiter (Salpingitis), Eierstock (Oophoritis) und der dazugehörigen Bindegewebsstrukturen (Parametritis), was meist nicht genau auseinanderzuhalten ist, deshalb hat sich der Sammelbegriff Adnexitis eingebürgert. Eine Adnexitis trifft jede 8. sexuell aktive und nicht schwangere Frau, bevorzugt in den ersten sexuell aktiven Jahren. Mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit der Erkrankung ab. Bei schweren Verläufen und fehlender Therapie muss mit einem Übergang zur chronischen Adnexitis, Spätfolgen wie Unfruchtbarkeit und Eileiterschwangerschaften gerechnet werden.

Symptome und Leitbeschwerden

Die Beschwerden erinnern den Arzt oft an ein Akutes Abdomen (brettharter schmerzhafter Bauch), vor allem dann, wenn kein Ausfluss besteht. Fehldiagnosen sind deshalb möglich. Gab es in den Tagen oder Wochen zuvor ungeschützten Geschlechtsverkehr, sollte dies dem Arzt unaufgefordert mitgeteilt werden.

  • Stechende Unterbauchschmerzen, ein- oder beidseitig
  • Starkes Krankheitsgefühl
  • Fieber
  • Gelblich-grüner, übel riechender Ausfluss
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Blutung aus der Scheide (außerhalb der Menstruation, z. B. nach dem Geschlechtsverkehr).

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten Tagen, wenn

  • immer wiederkehrende, dumpfe Schmerzen im Unterbauch auftreten.
  • verfärbter und übel riechender Ausfluss bemerkt wird.

Heute noch, wenn

  • plötzlich stechende, starke Schmerzen im Unterbauch mit gleichzeitiger Übelkeit auftreten.
  • anhaltende, wechselnd starke Schmerzen im Unterbauch und unregelmäßige Fieberschübe auftreten.
  • Stuhlgang oder Wasserlassen stark schmerzen.

Die Erkrankung

Krankheitsentstehung

In den Genitalbereich eindringende Keime werden normalerweise durch das saure Scheidenmilieu (pH-Wert 4,5 – zum Vergleich: der pH-Wert des Blutes beträgt 7,4) an der Vermehrung gehindert. Dieses wird von den Milchsäure produzierenden Döderlein-Bakterien aufrechterhalten. Zusätzlich sorgt ein Schleimpfropf im Gebärmutterhals dafür, dass möglichst wenig Keime in die Gebärmutter eindringen. Während der Monatsblutung und in geringerem Umfang während der fruchtbaren Tage verflüssigt sich der Schleim, und der Schleimpfropf wird durchlässig, sodass dieser Schutzmechanismus außer Kraft gesetzt ist.

Krankheitserreger wie Chlamydien und Gonokokken (Gonorrhö) können dann leicht durch Sexualkontakte in die Gebärmutter eindringen und dort eine Entzündung auslösen. Von hier aus steigen die Keime weiter auf in die Eileiter, die mit einer entzündlichen Schwellung reagieren. Eitriges oder entzündliches Sekret kann die Eileiter vollständig verschließen. Häufig greift in diesem Stadium die Entzündung auch auf die Eierstöcke über, von dort aus kommt es manchmal auch zu einer Bauchfellentzündung.

Abgrenzung. Von diesem typischen Krankheitsmechanismus abzugrenzen sind seltene Fälle einer Adnexitis, die durch Keimverschleppung im Blut verursacht werden, z. B. bei einer fortgeschrittenen Tuberkulose, sowie die lebensgefährliche Adnexitis in den Tagen nach der Geburt. Hier bieten der weit geöffnete Muttermund und der klaffende Gebärmutterhals zusammen mit dem Wochenfluss einen gefährlichen Nährboden für Bakterien. Diese Art der Adnexitis heißt Kindbettfieber. Kommt es zur lebensbedrohlichen Blutvergiftung, spricht man von Puerperalsepsis, früher die Hauptursache für die hohe Müttersterblichkeit.

Ursachen

Die Entzündung wird in aller Regel durch aufsteigende Keime aus dem unteren Genitalbereich verursacht.

Risikofaktoren

  • Früh begonnener und ungeschützt praktizierter Geschlechtsverkehr
  • Häufig wechselnde Geschlechtspartner
  • Sexuell übertragbare Erkrankungen in der Anamnese (auch des Partners)
  • Operative Eingriffe wie Ausschabung, Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) oder Einsetzen einer Spirale.

Komplikationen

Eileiterschwangerschaft. Wenn bei einer Adnexitis sehr viel entzündliches Sekret produziert wird, können die Eileiter so stark verkleben, dass kein Eitransport mehr möglich ist. Oft nistet sich das befruchtete Ei dann im Eileiter ein (Eileiterschwangerschaft). Hat eine Patientin einmal eine Adnexitis durchgemacht, steigt das Risiko für eine Eileiterschwangerschaft, da die Beweglichkeit der Flimmerhärchen in den Eileitern vermindert ist. Der Übergang in eine chronische Adnexitis führt durch Verwachsungen oft zum Eileiterverschluss und damit meist zur Unfruchtbarkeit.

Tuboovarialabszess. Breitet sich die Entzündung weiter aus, kommt es zwischen Eileiter und Eierstock häufig zu Verschmelzungen von Gewebe und zur Bildung eines Abszesses (Tuboovarialabszess). Dabei entstehen ausgedehnte Verwachsungen zwischen Gebärmutter, Darm, Bändern und Beckenwand, die die Eileiterfunktionen (Eiaufnahme und -weiterleitung) dauerhaft beeinträchtigen und Ursache einer späteren Unfruchtbarkeit sein können. Ein Abszess kann sich auch im Douglas-Raum, dem tiefsten Punkt des kleinen Beckens zwischen Gebärmutterrückseite und Mastdarm, bilden (Douglas-Abszess) und Auslöser starker Schmerzen beim Stuhlgang sein.

Diagnosesicherung

Vermutet der Arzt eine Adnexitis, macht er einen Scheidenabstrich, mit dem er die Erreger identifiziert. Mit einem Vaginalultraschall sieht er die verdickten Eileiter und entzündlich vergrößerten Eierstöcke und im fortgeschrittenen Stadium die Ansammlung von Flüssigkeit in den Eileitern oder die Entwicklung eines Abszesses. Zudem schließt er so andere Ursachen der Unterbauchschmerzen wie z. B. eine geplatzte Eierstockzyste aus.

Eine Blutuntersuchung dient zur Feststellung der Entzündungszeichen sowie zum Ausschluss einer Schwangerschaft. Letzteres ist wichtig, da die Beschwerden bei einer Adnexitis denen einer Eileiterschwangerschaft ähneln. Die Symptomatik kann auch durch eine Entzündung der Harnwege, Harnblase oder Nieren verursacht sein, weswegen der Arzt den Urin und die Nieren per Ultraschall untersucht.

In schwierigen Fällen ist eine Bauch- oder Beckenspiegelung (Laparoskopie) erforderlich, mit der eine Blinddarmentzündung ausgeschlossen wird und zugleich eine Abstrichentnahme von den Eileitern möglich ist.

Behandlung

Pharmakotherapie

Antibiotika. Eine Adnexitis wird mit Antibiotika in Form einer Antibiotikakombination behandelt. Sie ist gegen die häufigsten Erreger der Erkrankung, Chlamydien und Gonokokken, wirksam, z. B. ein Cefalosporin wie Cefadroxil und ein Tetrazyklin wie Doxycyclin, als Tablette oder bei schlechtem Allgemeinzustand auch als Infusion. Bei Erfolglosigkeit wird auf andere Substanzgruppen wie Gyrasehemmer (z. B. Ofloxazin, Tarivid®) und Metronidazol (z. B. Clont®) gewechselt. Die Behandlung dauert mindestens 10 Tage.

Analgetika. Gegen die starken Schmerzen helfen Schmerzmittel mit antientzündlicher Wirkung (NSAR) wie Diclofenac (Voltaren® 3 x täglich 50 mg als Tablette oder Zäpfchen). In der akuten Krankheitsphase helfen zusätzlich stündliche Kältepackungen oder kühlende Umschläge.

Operative Behandlung

Hat sich ein Douglas-Abszess gebildet, wird er während der Bauchspiegelung punktiert und entleert. Während dieser Operation versucht der Arzt auch, Verklebungen zu lösen, um die Durchgängigkeit der Eileiter wiederherzustellen.

Prognose

Wird mit der Therapie rechtzeitig begonnen und wird sie nicht vorzeitig abgesetzt, heilt die Erkrankung zumeist aus. Bei nicht rechtzeitiger oder nicht adäquater Therapie droht die akute Entzündung der Eileiter in eine chronische Adnexitis überzugehen.

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können

Selbsthilfemaßnahmen sollten nicht statt der Behandlung mit Antibiotika eingesetzt werden, sondern ergänzend.

  • Ruhe hilft bei akuten Beschwerden und bei Bedarf.
  • Kälteanwendungen im akuten Stadium: Kalte Umschläge auf dem Unterbauch lindern den Schmerz und sollen verhindern, dass sich die Entzündung weiter ausbreitet.
  • Wärmeanwendungen nach Abklingen der akuten Symptome: Greift die Antibiotikabehandlung und sind die Schmerzen weitgehend abgeklungen, unterstützen feuchtwarme Umschläge die Regeneration des entzündlich veränderten Gewebes.
  • Aufbau der Darmflora: Ist die Antibiotikatherapie beendet, kann die Darmflora durch probiotische Joghurts oder probiotische Fertigarzneien (z. B. Mutaflor® Darmtherapeutikum) wieder aufgebaut werden.

Geeignete Medikamente

Eine begleitende Enzymtherapie mit dem Ananasenzym Bromelain in hoher Dosierung (z. B. Bromelain-Pos®) wirkt schmerzlindernd und vor allem entzündungshemmend.

Komplementärmedizin

Komplementärmedizinische Maßnahmen sollten nicht statt der Behandlung mit Antibiotika eingesetzt werden, sondern ergänzend.

Warme Sitzbäder mit Kamille oder jeweils gleichen Anteilen an Frauenmantelkraut, weißen Taubnesselblüten und Schafgarbenkraut, aber auch Bäder mit Moor-Schwefel-Pulver (z. B. Leucona Moor®) lindern Schmerzen und wirken entspannend.

Prävention

Die Übertragung durch Keime kann durch Kondome verhindert werden.

Um eine gegenseitige Ansteckung zu vermeiden, ist der Sexualpartner zu informieren und angehalten, sich ebenfalls behandeln zu lassen.

Bei Frauen unter 25 Jahren zahlt die Krankenkasse seit 2008 einen Abstrich aus dem Muttermund. Seit 2009 wird der Urin kostenfrei auf Chlamydien untersucht.

Bartholinitis

Bartholinitis: Entzündung des Ausführungsgangs der Bartholin-Drüsen, meist durch Bakterieninfektion. Die Bartholinitis ist der häufigste Grund für eine Schwellung im äußeren Genitalbereich und kommt in jedem Lebensalter vor. Durch die Infektion schwillt der Ausführungsgang der Drüse an und die Öffnung nach außen verklebt, sodass das Drüsensekret nicht mehr abgegeben wird und sich staut (Bartholin-Empyem).

Bartholin-Zyste: Entsteht nach immer wiederkehrender (rezidivierender) Entzündung und Sekretstau in einer abgekapselten Bartholin-Drüse. Um Rezidive zu vermeiden, wird in späteren Krankheitsstadien meist operiert.

Leitbeschwerden

  • Einseitige, äußerst schmerzhafte, hühnerei- bis tennisballgroße Schwellung und Rötung im Bereich der großen Schamlippe
  • Schmerzen beim Sitzen und Gehen
  • Bartholin-Zyste: Schwellung ohne Schmerzen.

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten Tagen, wenn eine pralle und kugelig tastbare Schwellung im Bereich der großen Schamlippe auftritt, die kaum oder nicht schmerzt

Heute noch oder am nächsten Tag, wenn starker Schmerz, Schwellung und Rötung der großen Schamlippe auf einer Seite auftritt.

Die Erkrankung

Die Bartholin-Drüsen sitzen im hinteren Teil der großen Schamlippen und befeuchten die Scheide mit ihrem Sekret. Ihre Ausführungsgänge münden in den Scheidenvorhof. Dort sind auch bei gesunden Frauen verschiedene Bakterien vorhanden, die in die Ausführungsgänge eindringen und dort eine Entzündung hervorrufen können. In der Folge staut sich das Sekret und wird eitrig. In seltenen Fällen heilt eine Bartholinitis von selbst, tritt danach allerdings auch häufig wieder auf und kann chronisch werden. Die Behandlung der Bartholinitis erfolgt stadienabhängig.

Das macht der Arzt

Anhand des typischen klinischen Bilds erkennt der Arzt eine Bartholinitis in der Regel auch ohne weitergehende Untersuchungen. Tritt eitriges Sekret aus, entnimmt er zur Identifizierung der Erreger einen Abstrich. Im frühen Krankheitsstadium reicht häufig eine äußerliche Behandlung mit schmerz- und entzündungshemmenden Lösungen. Manchmal lindern kühlende Umschläge und Sitzbäder eine beginnende Entzündung. Hat sich bereits ein Bartholin-Empyem gebildet, wird durch Sitzbäder und Wärmezufuhr dessen Reifung und Abkapselung beschleunigt. Bleibt die spontane Entleerung aus, wird das Empyem in einer Operation eröffnet und entleert. Dabei vernäht der Arzt den nach außen umgeschlagenen Rand der Wundhöhle mit der äußeren Haut (Marsupialisation), sodass eine kleine Öffnung bestehen bleibt, die ein Verkleben der Wundränder miteinander verhindert und die Funktion der Bartholin-Drüse weiterhin gewährleistet. Auch Bartholin-Zysten werden auf diese Weise operiert. Bei der chronischen Bartholinitis wird in der Regel die ganze Drüse operativ entfernt.

Je nach auslösendem Erreger wird auch mit Antibiotika behandelt. Um die gegenseitige Ansteckung zu verhindern, wird der Partner mitbehandelt.

Chronische Adnexitis

Chronische Adnexitis (chronic pelvic inflammatory disease): Jahrelang anhaltende Entzündungen der Eileiter und Eierstöcke und der dazugehörigen Bindegewebestrukturen, meist infolge einer nicht ausreichend behandelten akuten Adnexitis oder von narbigen Veränderungen nach einer akuten Adnexitis. Die Therapie ist schwierig.

Hinweis: Im Fall einer Schwangerschaft droht eine Fehlgeburt, wenn sich das befruchtete Ei im Eileiter einnistet (Eileiterschwangerschaft).

Symptome und Leitbeschwerden

  • Dumpfe Unterbauchschmerzen, von Tag zu Tag fluktuierend, ein- oder beidseitig
  • Wechselnd starke Schmerzen oder Verspannungen z. B. im Rücken oder Beckenboden
  • Beim Hinsetzen oder bei körperlicher Tätigkeit verstärkte Schmerzen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Müdigkeit, Neigung zu depressiven Stimmungen.

Seltener:

  • Verstopfung, Blähungen, unregelmäßiger Zyklus und Schmerzen bei der Regelblutung
  • Unfruchtbarkeit.

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn

  • oben genannte Symptome auftreten.

Die Erkrankung

Wird eine akute Adnexitis nicht ausreichend behandelt oder führt die Ausheilung zu Narbenbildung und Verwachsungen, droht eine chronische Erkrankung, die mehrere Monate bis Jahre andauern kann.

Ursachen

Die Entzündung wird wie die akute Adnexitis in aller Regel durch aufsteigende Keime aus dem unteren Genitalbereich verursacht.

Risikofaktoren

Eine nicht oder nicht ausreichend behandelte akute Adnexitis und/oder mit der Behandlung einhergehende Narbenbildung und Verwachsungen.

Diagnosesicherung

Abstrich. Vermutet der Arzt eine Adnexitis, macht er einen Scheidenabstrich, mit dem er die Erreger identifiziert. Außerdem wird ein Abstrich von den Eileitern entnommen.

Vaginalultraschall. Mit einem Vaginalultraschall sieht er die verdickten Eileiter und entzündlich vergrößerten Eierstöcke und im fortgeschrittenen Stadium die Ansammlung von Flüssigkeit in den Eileitern oder die Entwicklung eines Abszesses. Mit dem Ultraschall werden außerdem andere Ursachen der Unterbauchschmerzen wie eine geplatzte Eierstockzyste ausgeschlossen.

Blutuntersuchung. Eine Blutuntersuchung dient der Feststellung der Entzündungszeichen sowie dem Ausschluss einer Schwangerschaft. Letzteres ist wichtig, da die Beschwerden bei einer Adnexitis denen einer Eileiterschwangerschaft ähneln.

Ultraschall. Da die Symptomatik auch durch eine Entzündung der Harnwege, Harnblase oder Nieren verursacht wird, untersucht der Arzt den Urin sowie die Nieren per Ultraschall.

Bauch- oder Beckenspiegelung. In schwierigen Fällen ist eine Bauch- oder Beckenspiegelung (Laparoskopie) erforderlich, mit der eine Blinddarmentzündung ausgeschlossen wird.

Behandlung

Konservative Behandlung

Die Therapie ist ausgesprochen schwierig, viel hat die (Schul-)Medizin nicht zu bieten. Feuchtwarme Umschläge, Moorpackungen oder Bestrahlungen, um die Durchblutung zu steigern und so Verklebungen und Flüssigkeitsansammlungen aufzulösen, können die Symptome lindern. Manchmal ist auch ein stationärer Kuraufenthalt mit Moorbädern und Fangopackungen nützlich.

Operative Behandlung

Bleiben die Beschwerden bestehen, ist manchmal die Operation die letzte Möglichkeit. Die Operation bedeutet allerdings die Entfernung der Eileiter, der Eierstöcke und der Gebärmutter. Die Entfernung der Eierstöcke versetzt (auch junge) Frauen in die Wechseljahre – mit den typischen Wechseljahresbeschwerden, die zudem abrupt einsetzen. Die Einnahme von Hormonen lindert die meisten Beschwerden.

Eierstockkrebs

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom): Bösartiger Tumor der Eierstöcke. Der Eierstockkrebs zählt zur zweithäufigsten bösartigen Erkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane und ist mit einer hohen Sterblichkeit verbunden. Diese Krebsart existiert in vielen feingeweblich unterscheidbaren Formen, einige treten auch in jungen Jahren auf, die meisten treffen aber Frauen über 50 Jahre. Da der Eierstockkrebs keine Frühsymptome zeigt, wird er in 75 % der Fälle erst erkannt, wenn er bereits Metastasen innerhalb oder außerhalb des Beckens gebildet hat. Eine Heilung ist in diesen Fällen meist nicht möglich.

Symptome und Leitbeschwerden

In der Regel treten anfangs keine typischen Beschwerden auf, die auf eine Erkrankung hinweisen. Trotzdem sollte man bei bestimmten Anzeichen aufmerksam werden und zum Frauenarzt gehen – vor allem, wenn diese erst seit kurzer Zeit bestehen und heftiger sind als normale Zyklusbeschwerden:

  • Blutung außerhalb der Menstruationsregel oder nach den Wechseljahren
  • Schmerzen im Unterbauch
  • Fremdkörpergefühl
  • Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Völlegefühl, Schmerzen beim Stuhlgang
  • Probleme beim Wasserlassen bzw. häufigeres Wasserlassen
  • Zunahme des Leibesumfangs durch Wassereinlagerung in der Bauchhöhle (Aszites)
  • Verschlechterung des Allgemeinzustands, allgemeine Müdigkeit, Erschöpfung, Gewichtsverlust.

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten zwei Tagen, wenn

  • Ihr Unterbauch schnell an Umfang zunimmt.

Die Erkrankung

Ursachen

Entsprechend der unübersehbaren Vielzahl feingeweblich unterschiedlicher Eierstockkrebstypen gehen die Forscher auch von einer Mehrzahl von Krankheitsprozessen aus, die allein oder im Zusammenspiel zur Entartung eines der vielen im Eierstock befindlichen Gewebe führt. Als einer dieser Ursachen werden die wiederholten Verletzungen des Oberflächenepithels gesehen, die beim Eisprung entstehen, als eine weitere die Teilungsvorgänge bei der Eizellreifung. Außerdem spielt bei etwa 5 % der Erkrankungen die Vererbung eine ursächliche Rolle. Bestimmte Genveränderungen erhöhen das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken.

Verlauf

Die Ausbreitung des Eierstockkrebses verläuft in vier Stadien:

  • Stadium I: Der Tumor befällt einen oder beide Eierstöcke.
  • Stadium II: Die Krebszellen breiten sich im Becken aus.
  • Stadium III: Der Tumor breitet sich außerhalb des Beckens in die Bauchhöhle und/oder in die Lymphknoten aus.
  • Stadium IV: Die Krebszellen streuen auch außerhalb der Bauchhöhle in andere Körperregionen hinein (Fernmetastasen).

Risikofaktoren

  • Kinderlosigkeit oder Unfruchtbarkeit (Infertilität)
  • Früh einsetzende Geschlechtsreife
  • Später Beginn der Wechseljahre
  • Vorbestehende Krebserkrankung an weiblicher Brust, Gebärmutter oder Darm
  • Übergewicht
  • Hormonersatztherapie gegen Wechseljahresbeschwerden
  • Medikamentöse Ovulationsauslösung beispielsweise zur künstlichen Befruchtung (In-vitro-Fertilisation).

Typen

Da der Eierstock aus vielen verschiedenen Geweben besteht, gibt es vergleichbar mit der sehr großen Zahl gutartiger Eierstocktumoren auch eine sehr unübersichtliche Vielzahl feingeweblich unterschiedlicher Eierstockkrebstypen. Häufig bildet sich der Eierstockkrebs über zystenartige Vorstufen. Am häufigsten ist entsprechend das seröse Zystadenokarzinom, die bösartige Variante des serösen Kystoms. Außerdem gibt es auch halb bösartige (semimaligne) Formen, die LMP- oder Borderline-Eierstockkrebs genannt werden.

Komplikationen

Durch die Ausschwemmung von Krebszellen in die Bauchhöhle entsteht ein bösartiger (maligner) Aszites (Bauchwassersucht), das den Krebs rasch im Körper verteilt. Dieses wird vom Arzt abpunktiert. Darüber hinaus ist ein Einspritzen von Zytostatika in die Bauchhöhle möglich, um die Zellen an einer weiteren Ausbreitung zu hindern, was meist aber nur vorübergehend gelingt.

Neben Metastasen bilden sich häufig auch Krebsrezidive. Wenn möglich, werden letztere erneut operiert.

Bildet sich durch Krebszellen ein maligner Pleuraerguss (wässrige Sekretansammlung in der Brusthöhle), drohen Luftnot, Schmerzen und Übelkeit. Die Wasseransammlung wird dann vom Arzt abpunktiert, außerdem können die Pleurablätter durch Einspritzung eines Medikaments in den Pleurazwischenraum verklebt werden, sodass der Erguss nicht "nachlaufen" kann.

Die Tumormassen im Becken engen die Harnleiter ein, wodurch nierenkolikartige Schmerzen auftreten, die sich zum Nierenversagen ausdehnen. Ist der Tumor groß und hat sich so weit ausgebreitet, dass er beispielsweise den Darm einengt, kommt es zu Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen.

Diagnosesicherung

Palpation. Um die Größe des Tumors und seine Beschaffenheit festzustellen, tastet der Arzt von der Scheide und der äußeren Bauchdecke her den Bereich um die Eierstöcke ab. Ebenso gibt eine Austastung (Palpation) des Enddarms Hinweise auf die Ausdehnung des Tumors.

Ultraschall. Mit dem Vaginalultraschall ist meist eine Vorentscheidung möglich, ob ein vermuteter Eierstocktumor tatsächlich vorliegt und ob er bösartig ist. Entsprechend sucht der Arzt den gesamten Bauch- und Beckenraum ab auf Metastasen oder vergrößerte Lymphknoten.

CT. Die Computertomografie zeigt die Ausdehnung des Tumors sowie evtl. befallene Lymphknoten und Metastasen. Vom CT-Befund (bei Metastasen unter Umständen auch von einem zusätzlichen MRT-Befund) hängt ab, wie umfangreich und in welcher Art operiert werden muss.

Blutuntersuchung. Das Labor weist oft erhöhte Tumormarker nach. Ihr Aussagewert ist im Rahmen der Diagnostik eher gering, sie unterstützen aber wesentlich die Kontrolle der Therapie. Evtl. lassen sich auch Genveränderungen in der molekulargenetischen Labordiagnostik nachweisen, dies wird bei familiär gehäuft auftretendem gynäkologischen Krebserkrankungen zunehmend versucht.

Weitere Untersuchungen. Zusätzliche Untersuchungen wie Blasen- und Darmspiegelung, evtl. auch ein Ausscheidungsurogramm (AUG), eine Röntgenuntersuchung mittels Kontrastmittel zur Darstellung der Harnwege, Nieren, des Nierenbeckens, der Harnleiter und der Blase, liefern weitere Hinweise zur Ausdehnung des Tumors.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich danach, wie weit der Tumor fortgeschritten ist und welche Organe im Körper betroffen sind.

Operative Behandlung

Die Operation dient einerseits der Sicherung der Diagnose und andererseits der genauen Stadienbestimmung und weiteren Therapieplanung. Dazu wird meist das verdächtige Eierstockgewebe noch während der Operation feingeweblich untersucht (Schnellschnitt). Sodann werden, soweit erforderlich, angrenzende Gewebe, alle weiteren Tumorherde sowie (fast immer) der andere Eierstock, Gebärmutter und erreichbare und/oder verdächtige Lymphknoten entfernt sowie bei Tumorbefall auch Darmabschnitte und Teile des Bauchfells.

Chemotherapie

Je nach Tumorart und -stadium ist im Anschluss eine Chemotherapie mit Zytostatika notwendig. Die Standardtherapie ist eine Kombinationstherapie aus Carboplatin und Paclitaxel (Taxol®).

Antikörpertherapie

Die aktuellen Leitlinien empfehlen im fortgeschrittenen Stadium zusätzlich zur Chemotherapie mit Carboplatin und Paclitaxel auch den Antikörper Bevacizumab. Dieser hemmt die Blutgefäßneubildung im Tumorgewebe, sodass sich die Zeit bis zum Wiederauftreten des Tumors verlängern lässt.

Hormontherapie und Strahlentherapie

Bestrahlungen und die beim Brustkrebs häufig wirksame Hormontherapie haben beim Eierstockkrebs leider keinen Effekt.

Rehabilitation

Patientinnen haben nach einer Tumorerkrankung grundsätzlich die Möglichkeit, eine medizinische Rehabilitationsleistung zu beantragen. Als medizinische oder onkologische Rehabilitation bezeichnet man alle medizinischen, psychosozialen und beruflichen Leistungen zur Wiedereingliederung in Familie, Gesellschaft und Berufsleben, die normalerweise durch die Rentenversicherung finanziert werden. Die "Reha" stellt eine wichtige Hilfe bei der Bewältigung der Erkrankung dar und dauert normalerweise 3 Wochen. Ziel ist es, dass die Patientin die verschiedenen psychischen, physischen und sozialen Folgen der Erkrankung mit Unterstützung von Therapeuten und Beratern verarbeitet und körperlich wieder fit wird.

Psychoonkologische Betreuung

In jeder Phase der Krebserkrankung ist ein Psychoonkologe als Ansprechpartner zu empfehlen, der sowohl die betroffene Frau, aber auch die Angehörigen betreut. Dies passiert im Rahmen des stationären Aufenthaltes oder im nachstationären Umfeld. Bei der psychoonkologischen Beratung können Fragen zur Erkrankung und Behandlung, zu Problemen im Alltag und Beruf besprochen werden. Außerdem wird geklärt, welche Unterstützung Familie und Freunde leisten können oder auch selbst benötigen.

Psychoonkologische Angebote werden von verschiedenen Berufsgruppen geleitet, v. a. von Psychotherapeuten, Psychologen, Sozialarbeitern, Sozialpädagogen, Physiotherapeuten oder Mitarbeitern aus dem Pflegebereich.

Nachsorge

Die Nachsorge umfasst regelmäßige Kontrolluntersuchungen, um frühzeitig einen Rückfall und das Auftreten von Metastasen sowie Langzeitfolgen der Krebstherapie zu erkennen:

  • Im 1. bis 3. Jahr alle 3 Monate
  • Im 4. und 5. Jahr alle 6 Monate
  • Ab dem 6. Jahr einmal jährlich im Rahmen des Krebsfrüherkennungsprogrammes.

Von diesen Zeitintervallen wird von Fall zu Fall aufgrund von individuellem Rückfallrisiko, Langzeitfolgen der Therapie und möglichen Begleiterkrankungen abgewichen.

Zur Nachsorgeuntersuchung gehören:

  • Das Gespräch mit dem Frauenarzt oder Onkologen
  • Die körperliche Untersuchung mit Gewichtskontrolle, gynäkologischer und rektaler Tastuntersuchung sowie Untersuchung auf Ödembildungen
  • Scheidenabstrich
  • Ultraschall von Scheide, Nieren und kleinem Becken.

Komplikationen

Nach der Operation. Durch die Entfernung der Eierstöcke vor Eintritt der Wechseljahre werden (auch junge) Frauen in die Wechseljahre versetzt – mit den typischen Wechseljahrsbeschwerden, die abrupt einsetzen. Durch die Einnahme von Hormonen werden die meisten Beschwerden gelindert. Eine lokale Therapie mit einer östrogenhaltigen Salbe oder Creme hilft gegen die Trockenheit der Scheide (eingeführt in die Vagina) oder gegen Hitzewallungen (aufgetragen auf die Haut). Von einer Hormonersatztherapie ist beim Eierstockkrebs abzuraten, da die Östrogengabe eventuelle Tumorreste zum Wachsen anregen würde.

Die Scheide kann durch die Operation verkürzt sein und die Fähigkeit zur Befeuchtung verlieren. Beides führt zu Problemen beim Geschlechtsverkehr. Auch hier helfen östrogenhaltige Salben oder Cremes.

Weitere mögliche Folgen der Operation sind Verwachsungen im Operationsbereich, die beim Geschlechtsverkehr, beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen unangenehme Empfindungen oder Schmerzen verursachen.

Wurden Lymphknoten im Becken und in der Bauchhöhle entfernt, drohen Lymphödeme im Genitalbereich, in der Leiste und an den Beinen, die unangenehm und schmerzhaft sein können.

Nach der Strahlenbehandlung. Akutfolgen treten Tage nach der Bestrahlung auf und klingen meist innerhalb weniger Wochen wieder ab. Hierzu gehören

  • Durchfall und/oder Reizdarmbeschwerden
  • Schmerzhafte Reizung von Schleimhäuten in Scheide, Blase oder Darm
  • Probleme beim Wasserlassen
  • Infektionen
  • Gerötete und brennende Bauchhaut.

Spätfolgen treten Monate bis Jahre nach der Behandlung auf und können dann auch bestehen bleiben. Hierzu zählen

  • Schleimhautentzündungen mit Blutungen
  • (Lymph-)Ödeme an den Beinen
  • Blasenfunktionsstörungen
  • Probleme beim Stuhlgang durch Entzündungen des Schließmuskels
  • trockene und/oder verengte Vagina.

Nach der Chemotherapie. Bei der Behandlung mit den natürlichen oder synthetischen Substanzen, die das Zellwachstum und die Zellteilung hemmen sollen (Zytostatika), wird besonders das sich rascher erneuernde Gewebe geschädigt: Haarwurzeln, Schleimhäute von Magen und Darm sowie das blutbildende System im Knochenmark. Mögliche Begleiterscheinungen sind Haarausfall, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und erhöhte Infektanfälligkeit. Durch entsprechende Medikamente können die Nebenwirkungen größtenteils gelindert werden. Nach Ende der Chemotherapie verschwinden die Nebenwirkungen in der Regel wieder.

Nach der Antikörpertherapie. Bei der Behandlung mit Antikörpern treten ebenfalls unerwünschte Nebenwirkungen auf. Sehr häufig sind Bluthochdruck, Erschöpfung und Schwäche (Fatigue), Wundheilungsstörungen, Übelkeit, Durchfall oder Erbrechen. Häufige und schwerwiegende Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Durchbrüche, Blutungen sowie Blutgerinnsel in den Gefäßen, in deren Folge Herzinfarkt oder Schlaganfall drohen.

Prognose

Die Prognose ist insgesamt schlecht, hängt aber im konkreten Fall stark vom feingeweblichen Typ und von der Ausdehnung des Tumors zum Zeitpunkt der Diagnose ab sowie vom Alter und Allgemeinzustand der Patientin. In frühen Stadien ist Eierstockkrebs gut heilbar. Die 5-Jahres-Überlebensrate (über alle Erkrankten gemittelt) liegt bei 30 bis 40 %. Grund hierfür ist vor allem die meist späte Diagnosestellung und das hohe Rezidivrisiko.

Prophylaxe

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass vor allem vorbelastete Frauen, die Mutationen in den Brustkrebsgenen BRCA-1 (BReast-CAncer-1) und BRCA-2 (BReast-CAncer-2) tragen, von einer vorbeugenden operativen Entfernung der Eierstöcke profitieren. Der Eingriff verringert nicht nur das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken, sondern auch die Gefahr, Brustkrebs zu bekommen.

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können

Keine andere Erkrankung berührt so sehr die Intimität, das Selbstverständnis und das Körpergefühl der Frau wie eine Entfernung von Eierstöcken und Gebärmutter. Häufige Folge sind Probleme und Befangenheit im Umgang mit Sexualität, Angst vor Berührungen des Partners bis hin zur dauerhaften Abneigung gegen Geschlechtsverkehr. Dies alles wiederum verschlechtert das Selbstwertgefühl, was ein entspanntes, lustvolles Erleben von Sexualität erneut blockiert: ein Teufelskreis. Und ein heikles Thema, über das mit dem Partner oft nicht gesprochen und das auch vom Arzt zu selten angesprochen wird. Versuchen Sie Ihre Probleme mit der "neuen" Sexualität nicht zu verschweigen und nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch. Die Schwierigkeiten haben nämlich keineswegs nur psychische Ursachen. Typische Folgen der Operation, Bestrahlungsbehandlung und Lymphknotenentfernung in der Beckenregion sind die Verengung und Vernarbung des Scheideneingangs und eine nur noch eingeschränkte Befeuchtung (Lubrikation). Dies führt vor allem in der Anfangszeit zu starken Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Folgende Tipps helfen Ihnen, die Beschwerden zu lindern:

Scheideninfektionen. Das Scheidengewebe ist nach der Bestrahlung anfällig für Infektionen. Waschen Sie (nur) das äußere Geschlechtsorgan mit Wasser und ein wenig milder Seife. Scheidenspülungen werden von den meisten Experten nicht mehr empfohlen, da sie Beschwerden verschlimmern und das saure pH-Milieu der Scheide stören.

Kalte Kompressen und kühle Sitzbäder lindern eventuell noch vorhandenes Wundgefühl. Tragen Sie lockere, kochfeste und saugfähige Unterwäsche aus Baumwolle.

Scheidentrockenheit. Gleitcremes und Östrogensalben verbessern Geschmeidigkeit und Feuchtigkeit der Scheide. Vaginaldehner (Dilatoren) sind speziell dazu entwickelt worden, die Scheide nach gynäkologischen Operationen oder Bestrahlungen schonend zu dehnen. Es gibt sie in verschiedenen Formen, Durchmessern und Längen und sogar als Maßanfertigung. Sie werden wie ein Tampon eingeführt, wobei das Einführen mit Gleitcreme erleichtert wird. Auch vorsichtig praktizierter Geschlechtsverkehr regeneriert die Dehnbarkeit der Scheide nach und nach. Leichte Blutungen nach dem Sex sind normal und kein Anlass zur Besorgnis.

Chronische Beinschwellungen. Gegen Wassereinlagerungen in den Beinen (Lymphödeme) helfen Lymphdrainage, Kompressionsstrümpfe und -strumpfhosen. Gehen Sie viel schwimmen. Dies wirkt wie eine Art Lymphdrainage und ist eine optimale Vorbeugung gegen Ödeme. Versuchen Sie, das Tragen von schweren Lasten zu vermeiden, und verzichten Sie auf zu heiße und lange Fuß- und Vollbäder und zu lange Sonnenaufenthalte. Eine Faustregel: Lieber laufen und liegen statt sitzen und stehen.

Entzündungen der Harnblase, Harninkontinenz. Entzündungsfolgen von Harnblase und Darm, die nach einer Strahlenbehandlung auftreten, bessern sich, richtig behandelt, nach wenigen Wochen wieder. Ein häufiges Problem besteht nach ausgedehnten Operationen im Beckenbereich darin, dass geringe Urinmengen unkontrolliert austreten. Da die Funktion der Blasenmuskulatur durch die Behandlung beeinträchtigt ist, leiden Frauen unter einer Harninkontinenz. Normalerweise ist diese Störung nur vorübergehend und wird durch eine konsequente Medikamenteneinnahme behoben. Zur Vorbeugung einer Harninkontinenz hat sich regelmäßiges Beckenbodentraining als effektiv erwiesen.

Durchfall und Reizdarmbeschwerden. Treten als Folge der Strahlentherapie Darmbeschwerden auf, lassen sich diese laut einer Studie vermeiden oder zumindest lindern, wenn die Frauen während der Behandlung Selen als Natriumsalz einnehmen: Dank dieser Nahrungsergänzung hatten nur 21 % der behandelten Frauen mit Durchfall zu kämpfen im Vergleich zu 45 % der Frauen ohne Selengabe. So verringerte Selen strahlungsbedingte Beschwerden, ohne den Nutzen der Bestrahlung zu beeinträchtigen.

Wechseljahresbeschwerden. Bei einer Eierstockentfernung oder dem dauerhaften Ausfall der Eierstockfunktion als Folge der Bestrahlung kommt es zu typischen Wechseljahrsbeschwerden, die entsprechend behandelt werden können.

Komplementärmedizin

Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Ayurveda und Anthroposophie haben jeweils eigene Konzepte zur Tumortherapie.

Homöopathie zeigte in kontrollierten Studien keine Wirksamkeit in der Krebstherapie. Viele Betroffene empfinden die eingesetzten homöopathischen Mittel jedoch als hilfreich gegen therapiebedingte Müdigkeit, körperliche Schwäche, Schwindel, Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Übelkeit.

Ayurveda hilft möglicherweise vorbeugend gegen einige Krebsarten, ist aber therapeutisch ziemlich unerforscht und auch nicht frei von Nebenwirkungen.

Akupunktur kann zur Linderung der Begleitsymptome der Chemotherapie wie Übelkeit beitragen, hat jedoch keine Wirkung auf den Krankheitsverlauf.

Misteltherapie gegen Krebs ist schon seit 100 Jahren bekannt. Während viele Patienten von der Behandlung mit Mistelpräparaten überzeugt sind, sind Experten eher kritisch, denn es gibt bis heute keinen sicheren Beweis für die Wirksamkeit gegen Tumorerkrankungen. Studien zeigen nur, dass eine Verbesserung der Lebensqualität möglich ist. In den derzeit gültigen Leitlinien zur Krebstherapie spielt die Therapie mit Mistelpräparaten deshalb keine Rolle.

Prävention und Früherkennung

Da es beim Eierstockkrebs keine Frühsymptome gibt, besteht die einzige vorsorgende Maßnahme in der jährlichen Krebsfrüherkennung einschließlich eines Vaginalultraschalls, der allerdings nicht von den Kassen gezahlt und als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) angebotenen wird.

Laut Experten eignet sich der Ultraschall durch die Scheide nicht zur sicheren Früherkennung von Eierstockkrebs. Einerseits besteht die Gefahr, einen falsch-positiven Befund zu bekommen (das heißt, es liegt in Wahrheit kein Tumor vor). Andererseits fehlen bisher Beweise, dass eine frühzeitige Behandlung die Sterblichkeit verringert. Auch die Kombination aus Vaginalultraschall und der Bestimmung des Tumormarkers CA-125 im Blut erlauben keine (absolut) sichere Früherkennung.

Bei familiär gehäuft auftretenden Krebserkrankungen werden bei Frauen ab dem 40. Lebensjahr die Eileiter beidseitig entfernt (Adnexektomie). Dieser präventive Eingriff mindert das Karzinomrisiko um 80 %.

Weiterführende Informationen

  • www.noggo.de – Internetseite der Nord-Ostdeutschen Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie e. V., Berlin: Fachinformation und Selbsthilfetipps zu allen Krebsarten der Frau, die Broschüre Eierstockkrebs ist kostenlos bestellbar.
  • www.selbsthilfekrebs.de – Internetseite des Onkologischen Patientenseminar Berlin-Brandenburg e. V. (OPS), Universitätsklinikum Charité, Berlin: User finden ausführliche Informationen zu Eierstock-, Eileiter- und Bauchfellkrebs sowie Wissenswertes zu Studien, Selbsthilfe und Sozialleistungen. Zudem stehen den Nutzern der Seite zwei Hotlines (eine für medizinischen Rat, eine für Beratung durch Betroffene) zur Verfügung. Buchtipps, Links und weiterführende Adressen ergänzen das Serviceangebot.
  • www.eierstockkrebs-forum.de – Internetangebot der Nord-Ostdeutschen Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie, Berlin: Informationsportal und Forum für Patientinnen und Angehörige.
  • H. Delbrück: Eierstockkrebs. Rat und Hilfe für Betroffene und Angehörige. Kohlhammer, 2004. Patientenratgeber mit aktuellen Informationen zu Therapiemöglichkeiten und ihren Folgewirkungen.
  • J.Sehouli; W. Lichtenegger: Eierstockkrebs: 100 Fragen – 100 Antworten. akademos, 2003. Beantwortet anschaulich und verständlich Fragen, die an Brustkrebs erkrankte Frauen formuliert haben. Auch Themen wie Ernährung und Sexualität finden ihren Platz. Für Patienten und Angehörige.

Endometriose

Endometriose (Endometriosis): Gewebeinseln von Gebärmutterschleimhaut, die sich außerhalb der Gebärmutterhöhle angesiedelt haben und sich genauso wie die „echte“ Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) auf- und wieder abbauen. Etwa 10 % aller Frauen entwickeln im gebärfähigen Alter eine Endometriose, wobei das Risiko mit zunehmendem Alter steigt. Die Endometriose ist eine häufige Ursache für Unfruchtbarkeit.

Leitbeschwerden

Die Beschwerden können stark variieren:

  • Besonders schmerzhafte Monatsblutung
  • Schmerzmaximum typischerweise 1–2 Tage vor Beginn der Monatsblutung
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Endometrioseherde im Gebärmutterhals)
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Zyklisch blutiger Urin (Endometrioseherde in der Harnblase)
  • Zyklisch Blutbeimengung im Stuhl (Endometrioseherde im Darm)
  • Zyklisches Bluthusten (Endometrioseherde in der Lunge)
  • Unfruchtbarkeit.

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten Wochen, wenn die Beschwerden regelmäßig mit der Monatsblutung auftreten

In den nächsten Tagen, wenn plötzlich blutiger Urin oder blutiger Stuhl auftritt.

Die Erkrankung

Die Entstehung der Endometriose ist bis heute noch nicht vollständig geklärt. Die am meisten akzeptierte Theorie geht von einer Art „Transplantation“ aus, indem während der Monatsblutung Schleimhautstücke aus der Gebärmutter durch die Eileiter in den Bauchraum gelangen und an anderer Stelle wieder anwachsen. Die versprengten Schleimhautinseln reagieren dann genauso wie die Schleimhaut in der Gebärmutter während des Zyklus, d. h. mit Aufbau und Abstoßung des Gewebes, also auch mit einer Blutung. Durch den Aufbau des Gewebes an dafür nicht vorgesehenen Stellen kann es dann zu starken Schmerzen kommen. In anderen Fällen (z. B. bei Schleimhautherden in den Eierstöcken) kann das Blut nicht abfließen und staut sich, was ebenfalls Schmerzen verursacht. Auf diese Weise bilden sich an den Eierstöcken große Zysten (Endometriosezysten), die man wegen ihres dunkelbraunen Blutinhalts auch als Schokoladen- oder Teerzysten bezeichnet. Befinden sich Schleimhautinseln in der Harnblase oder im Darm, kommt es zu Blut im Urin oder Stuhl.

Die Beschwerden hängen davon ab, an welchen Stellen sich innerhalb oder außerhalb des kleinen Beckens die Schleimhautinseln (Endometrioseherde) befinden und erreichen kurz vor oder während der Menstruation ihr Maximum. Die Behandlung ist schwierig: Nur teilweise ist es möglich, die Endometrioseherde operativ zu entfernen. Andernfalls wird versucht, mit Medikamenten die Symptome erträglich zu machen, bis sie spätestens mit den Wechseljahren von selbst verschwinden. Auch nach Schwangerschaften verschwinden die Symptome oft völlig.

Die Blutungen können eine Vernarbung des betroffenen Gewebes mit Verklebungen und Verwachsungen zur Folge haben und damit unfruchtbar machen. Außerhalb des Beckens kommt eine Endometriose selten vor; es wurden jedoch schon Herde in der Lunge (mit der Folge von Bluthusten während der Menstruation), an den Extremitäten und – nach Operationen im Beckenraum – in den Hautnarben gefunden.

Das macht der Arzt

Je nach Lokalisation ertastet oder sieht der Arzt die Endometrioseherde bereits bei der gynäkologischen Untersuchung. Auch der Ultraschall zeigt vorhandene Endometriosezysten an den Eierstöcken. Eine sichere Diagnose wird allerdings erst per Bauchspiegelung (Laparoskopie) gestellt. Mit diesem Eingriff sucht der Arzt den Bauchraum nach weiteren Herden ab und beurteilt deren Ausmaß und Aktivität. Wenn möglich, werden die Herde auch gleich entfernt und anschließend feingeweblich untersucht, um bösartige Erkrankungen auszuschließen.

Operation oder Medikamente?

Die Behandlung der Endometriose richtet sich prinzipiell nach dem Ausmaß der Beschwerden und dem Alter der Patientin. Folgende Maßnahmen kommen dabei, einzeln oder nacheinander, in Betracht:

  • Die „Pille“ bewirkt, dass die Hormonproduktion in den Eierstöcken gesenkt und der Anreiz zum Aufbau der Schleimhaut vermindert wird. Besonders geeignet sind Präparate mit hohem Gestagenanteil (z. B. Marvelon®) oder über 3–6 Monate eingenommene reine Gestagenpräparate (z. B. Dihydrogesteron, Duphaston®). Diese sind insbesondere für Frauen ohne Kinderwunsch geeignet.
  • Andere Medikamente wie Danazol Ratiopharm® oder GnRH-Agonisten (GnRH-Analoga, z. B. Enantone-Gyn®) vermindern den Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone (und heißen deshalb auch Antiöstrogene), dürfen aber nur für eine begrenzte Zeit eingenommen werden. Es treten Nebenwirkungen auf, die den Beschwerden in den Wechseljahren ähneln; bei Danazol Ratiopharm® kommt noch die männliche Hormonwirkung dazu (tiefer werdende Stimme, Bartwuchs, Akne).
  • Bei älteren Frauen und geringen Symptomen werden Medikamente zur Schmerzlinderung eingesetzt und das Nachlassen der Beschwerden mit Beginn der Wechseljahre abgewartet.
  • Jungen Patientinnen mit bestehendem Kinderwunsch und starken Beschwerden rät der Arzt zu einer operativen Verödung oder Entfernung der Herde. Dabei muss der Arzt schonend vorgehen, um keine Organe zu schädigen.

Prognose

Solange die Eierstöcke noch Hormone produzieren, ist das Risiko eines Wiederauftretens von Endometriose relativ hoch. Besonders nach dem Absetzen einer medikamentösen Behandlung entstehen oft neue Herde. Die besten Heilungschancen hat eine leichtgradige Endometriose, die operativ entfernt wurde. Mit den Wechseljahren verschwinden die Beschwerden in der Regel von selbst.

Selbsthilfe

Endometrioseschmerzen können sehr heftig und quälend sein. Die meisten Frauen begeben sich deshalb über kurz oder lang in Behandlung. Entspannungstechniken haben nur begrenzten Wert, können aber genauso wie regelmäßige körperliche Bewegung die Schmerzwahrnehmung senken. Treiben Sie daher viel Sport, am besten ein Ausdauertraining wie Schwimmen, Radfahren, Joggen oder Walking.

Komplementärmedizin

Die komplementärmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten entsprechen denen bei Menstruationsschmerzen.

Weiterführende Informationen

  • www.endometriose.de – Internetseite des Europäischen Endometriose Informations-Centers (EEIC, Aachen): Fundierte Fachinformationen mit Informationsbroschüre zum Herunterladen (Rubrik Info-Materialien).
  • www.endometriose-vereinigung.de – Internetseite der Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V., Leipzig: Fachinformationen mit Beratungsmöglichkeit, Links zu Selbsthilfegruppen und Veranstaltungskalender.
  • M. Sillem: Endometriose: gutartig, aber gemein. Trias, 2003. Informativer Ratgeber zur Endometriose, der auf alle Fragen eingeht.
  • E. Becherer; A. Schindler (Hrsg.): Endometriose. Rat und Hilfe für Betroffene und Angehörige. Kohlhammer, 2002. Verständlich geschriebener Ratgeber, der auch die psychologischen Aspekte der Erkrankung berücksichtigt, mit vielen praktischen Tipps für ein Leben mit Endometriose.

Funktionelle Eierstockzysten

Funktionelle Eierstockzysten (Funktionelle Ovarialzysten): Hormonell beeinflusste, flüssigkeits- oder blutgefüllte kleine Hohlräume in den Eierstöcken. Ursache sind meist nicht gesprungene Eibläschen (Follikelzyste, auch Bläschenzyste genannt) oder Gelbkörper (Gelbkörperzyste oder Corpus luteum-Zyste),

Abzugrenzen sind die Zysten der Polyzystischen Ovarien (PCO).

Leitbeschwerden

  • Follikelzysten: Meist keine Beschwerden, selten periodenähnliche Unterbauchschmerzen, die sich bei körperlicher Aktivität verstärken und nach 1–2 Tagen von selbst abklingen
  • Gelbkörperzysten: Häufig plötzliche, einseitige Unterbauchschmerzen, eventuell auch Schmierblutungen oder Ausbleiben der Monatsblutung.

Die Erkrankung

Eierstockzysten sind immer gutartig und werden vor den Wechseljahren nur dann behandelt, wenn sie Beschwerden verursachen. Häufig bilden sie sich von selbst zurück. Zysten in oder nach den Wechseljahren können mit Eierstockkrebs verwechselt werden und werden daher operativ entfernt.

Follikelzysten entwickeln sich häufig in Zeiten hormoneller Umstellung, wie in der Pubertät oder den Wechseljahren. Reift während des monatlichen Zyklus ein Ei heran, das dann aber nicht durch den Eisprung freigegeben wird, bleibt der Follikel (Eibläschen) bestehen und produziert weiterhin Flüssigkeit und manchmal auch Hormone. Durch die Flüssigkeit bildet sich eine Blase (= Zyste), die so lange bestehen bleibt, bis die Follikelzyste sich nach 1–2 Monaten von selbst wieder zurückbildet oder platzt.

Eine Gelbkörperzyste entsteht, wenn der Follikel nach erfolgtem Eisprung blutet und sich das Blut in einer Blase sammelt. Gelbkörperzysten bilden sich in der Regel spontan zurück.

Das macht der Arzt

Entscheidend für die Diagnosesicherung ist der sorgfältige Vaginalultraschall zur Klärung von Anzahl, Größe und Beschaffenheit der Eierstockzysten. Damit schließt der Arzt sowohl einen bösartigen Tumor als auch eine Eileiterschwangerschaft aus. Bestehen nur leichte Beschwerden, wird die Rückbildung der Zyste abgewartet, eventuell verschreibt der Arzt ein Gestagenpräparat. Dreht sich die Eierstockzyste um ihren Stiel oder wird sie eingeklemmt, kommt es zu starken Beschwerden. Der Arzt führt dann in der Klinik eine Bauchspiegelung durch und entfernt die Zyste.

Selbsthilfe

Körperliche Schonung. Achten Sie auf körperliche Schonung und lindern Sie leichte Schmerzen mit Wärme (z. B. Wärmflasche, heißes Kirschkern- oder Dinkelsäckchen auflegen) oder Schmerzmitteln vom NSAR-Typ.

Komplementärmedizin

Homöopathie. Homöopathisch kann Apis in niedriger Potenz versucht werden, bei einer Neigung zu Zysten ist eine individuell abgestimmte homöopathische Konstitutionstherapie empfehlenswert.

Auflagen mit Heilerde. 2–3 Esslöffel Heilerde in warmem Wasser angerührt ergibt einen Heilerdebrei, der direkt auf den Unterbauch gestrichen wird. Anschließend wird ein Baumwolltuch darübergelegt. Die Heilerdeauflage sollte eine halbe Stunde einwirken. Empfohlen wird, die Anwendung täglich über vier Wochen durchzuführen.

Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom, Kollumkarzinom): Bösartiger Tumor des Gebärmutterhalses; wird heute dank verbesserter Früherkennungsmaßnahmen oft in noch gutartigen Vorstufen entfernt, sodass in Deutschland „nur“ noch etwa jede 50. Frau an Gebärmutterhalskrebs erkrankt. Der Altersgipfel für diese Krebsform liegt zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr, für die meist bei der Früherkennung entdeckte Vorstufe des Gebärmutterhalskrebses (Carcinoma in situ) zwischen dem 25. bis 40. Lebensjahr. Die Prognose ist im Vergleich zu anderen Krebsarten gut, die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt etwa 90 %.

Leitbeschwerden

  • Blutung unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr
  • Scheidenblutung außerhalb der Menstruation
  • Blutig-eitriger oder fleischfarbener Ausfluss.

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten Tagen, wenn die genannten Beschwerden auftreten

Die Erkrankung

Der Gebärmutterhalskrebs ist gut erforscht und gilt als einer der bösartigen Tumoren, die infolge von früheren Infektionen entstehen. Aus Hauptverdächtiger gilt der Humane Papillom Virus (HPV)Typ 16 und 18. Diese Annahme wird durch die Erfahrung bestätigt, dass lebenslang sexuell inaktive Frauen, wie z. B. Nonnen, seltener an Gebärmutterhalskrebs erkranken. Weitere Risikofaktoren sind früher Geschlechtsverkehr, häufig wechselnde Geschlechtspartner, schlechte Sexualhygiene und Rauchen.

Der Gebärmutterhalskrebs wächst im unteren Abschnitt der Gebärmutter, typischerweise in der Nähe des Muttermunds. Er entwickelt sich über mehrere Vorstufen, die dank der jährlichen Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung (Gebärmutterhalsabstrich) leicht erkannt werden können.

Das macht der Arzt

Diagnosesicherung. Ein Gebärmutterhalskrebs mit Sitz weit unten am Muttermund ist möglicherweise bereits in der gynäkologischen Untersuchung sichtbar, sehr häufig jedoch tastbar. Häufiger erbringt jedoch der Zellabstrich im Rahmen der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung den Befund von Krebszellen (Pap-Stadium IV oder V). Zur Sicherung der Diagnose entnimmt der Arzt unter örtlicher Betäubung aus dem betroffenen Areal mit einer feinen Zange eine Gewebeprobe (Biopsie) und lässt diese feingeweblich im Labor untersuchen. Eine Alternative ist die Konisation, bei der ein kegelförmiges Stück des Muttermunds in Vollnarkose ausgeschnitten wird. Dabei sollte möglichst gleich das gesamte befallene Areal entfernt werden. Somit dient die Konisation bei kleinen Tumoren nicht nur der Diagnose, sondern bereits der Behandlung. In der Regel folgt im Anschluss an die Konisation eine Ausschabung, um auch weiter oben im Gebärmutterhals sitzende Krebszellen mit zu entfernen. Eine Konisation ist normalerweise komplikationslos; es kann jedoch zwischen dem 6. und 10. Tag nach dem Eingriff zu Nachblutungen durch Ablösen der Wundkruste kommen.

Therapie. Wurde bei der Konisation nicht der ganze Krebs entfernt, werden Gebärmutterkörper und Gebärmutterhals komplett entfernt (Gebärmutterentfernung), es sei denn, es besteht noch ein Kinderwunsch.

Manche Autoren empfehlen Frauen nach Abschluss der Familienplanung in jedem Fall die Gebärmutterentfernung, auch wenn durch die Konisation der Krebs vollständig entfernt wurde.

Auch wenn die Gebärmutterentfernung durch die Scheide (vaginale Operation) möglich ist, erfolgt sie beim Gebärmutterhalskrebs über einen Bauchschnitt (Laparotomie), da so das OP-Gebiet besser eingesehen wird. Bei der erweiterten Gebärmutterentfernung (Radikaloperationnach Wertheim-Meigs) werden in einer offenen Operation neben der kompletten Gebärmutter auch das umliegende Bindegewebe, das obere Drittel der Scheide sowie die zum Abflussgebiet gehörenden Lymphknoten entfernt.

Hat sich der Tumor so weit ausgedehnt, dass in der Operation nicht das gesamte bösartige Gewebe entfernt werden kann, ist eine anschließende Strahlentherapie nötig. Diese erfolgt – je nachdem, wo das restliche Tumorgewebe sitzt – durch die Haut oder die Scheide hindurch als Kontaktbestrahlung. Dabei wird ein z. B. mit radioaktivem Iridium gefülltes Röhrchen in den Scheidenstumpf eingelegt, sodass weniger gesundes Gewebe den Strahlen ausgesetzt ist. Für eine Kontaktbestrahlung ist ein kurzer Krankenhausaufenthalt von wenigen Tagen erforderlich. Sie kann allerdings nicht durchgeführt werden, wenn das umliegende Gewebe durch die Krebserkrankung oder durch frühere Operationen schon stark beschädigt ist.

Viele Patientinnen, die eine Bestrahlung bekommen, leiden danach an Durchfall. Laut einer Studie lässt sich das vermeiden, wenn die Frauen während der Behandlung Selen als Natriumsalz  einnehmen: Dank dieser Nahrungsergänzung hatten nur 21 Prozent der behandelten Frauen mit Durchfall zu kämpfen im Vergleich zu 45 Prozent der Frauen, die kein Selen erhalten hatten. So verringerte Selen strahlungsbedingte Beschwerden, ohne -den Nutzen der Bestrahlung zu beeinträchtigen.

Die Nachsorgeuntersuchungen finden in den ersten 3–5 Jahren vierteljährlich statt und umfassen die komplette gynäkologische Vorsorge (Tastuntersuchung) sowie die Gewichtskontrolle.

Früherkennung und Vorsorge

Die gesetzlichen Leistungen zur Gebärmutter[hals]krebsfrüherkennung bestehen im jährlichen Gebärmutterhalsabstrich (Pap-Abstrich) ab einem Alter von 20 Jahren. Ihr Nutzen ist allerdings neuerdings umstritten, viele Experten fordern, den Pap-Abstrich durch den präziseren HPV-Test zu ersetzen:

HPV-Test. Dieser derzeit nur zur weiterführenden Diagnostik von den Kassen finanzierte Bluttest weist Spuren der krebsauslösenden Humane Papillom Viren nach, die die zentrale Rolle bei der Entstehung des Gebärmutterhalskrebses spielen. Der HPV-Test wird auch als Krebsfrüherkennungstest von immer mehr Experten favorisiert, die Kassen erstatten die Kosten derzeit aber nur zur weiteren Abklärung eines Gebärmutterhalsabstrichs mit erhöhter Pap-Klasse.

Der Test unterscheidet nicht, ob „nur“ eine Infektion vorliegt, die vielleicht sogar von selbst wieder verschwindet, oder ob das Virus sich chronisch festgesetzt und schon Zellveränderungen ausgelöst hat (um diese festzustellen, ist ein Gebärmutterhalsabstrich notwendig). Ein positiver Test muss deshalb nach einem Jahr wiederholt werden – eine lange Wartezeit für die Betroffenen. Und selbst nach einem Jahr bleiben viele Befunde positiv, aber es kommt nie zu Zellveränderungen (Dysplasien) oder einem Krebs.

Der Test hat aber auch Vorteile: Ist er negativ, so gibt das eine große Sicherheit. Nach einer Studie haben Frauen, bei denen sowohl der Gebärmutterhalsabstrich als auch der HPV-Test negativ sind, ein Risiko von weniger als 1 %, innerhalb von fünf Jahren eine schwerwiegende Dysplasie zu entwickeln .

HPV-Impfung. Vielversprechend und inzwischen verfügbar ist die Impfung gegen HPV. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung allen Mädchen zwischen dem 9. und 14. Lebensjahr. Die Impfung ist nur dann optimal wirksam, wenn sie vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgt. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten. 

Es gibt Hinweise darauf, dass auch Frauen (jeden Alters) nach dem ersten Geschlechtsverkehr von der Impfung profitieren. Aufgrund der spärlichen Daten gibt es aber derzeit noch keine allgemeinen Empfehlungen in Deutschland. Einzig die Impfkommission des Landes Sachsen (SIKO) hat ihre Empfehlung für die HPV-Impfung auf Frauen bis zum 26. Lebensjahr erweitert.

Es sind verschiedene Impfstoffe auf dem Markt. Sie alle bieten keinen 100%igen Schutz. Die Impfstoffe schützen vor zwei (Cervarix®) bis vier (Gardasil®/Silgard®) HPV-Typen, die zusammen etwa 75 % aller Gebärmutterhalskrebse ausmachen (gegen die übrigen 25 % sind sie unwirksam). 2016 kam mit Gardasil 9® ein Impfstoff hinzu, der sich gegen neun HPV-Typen richtet und einen Impfschutz gegen etwa 90 % aller Gebärmutterhalskrebse bieten soll. In einer großen Vergleichsstudie erwies sich die Schutzwirkung des 9fach-Impfstoffs gegenüber allen Gebärmutterhalskrebsformen aber als gleich hoch wie die Wirkung der 4fach-Impfstoffe.

In sehr seltenen Fällen tritt Gebärmutterhalskrebs auch unabhängig von einer HPV-Infektion auf. Außerdem weiß man bislang nicht, wie lange der Impfschutz anhält, wann und ob eine Auffrischimpfung notwendig ist. Die STIKO (Ständige Impfkommission) empfiehlt eine Auffrischimpfung nach 5–13 Monaten, bei Impfbeginn nach dem 16. Lebensjahr insgesamt drei Impfdosen (0, 1–2  und 6 Monate)

Zur Diskussion steht, ob eine HPV-Impfung bei bestehender Krebsvorstufe (Präkanzerose) therapeutisch einsetzbar ist. In einer Studie bewirkte der Impfstoff VGX-3100 bei knapp 50% der geimpften Frauen einen Rückgang der Gewebeschäden am Gebärmutterhals – im Vergleich zu einer Spontanremissionsrate von 30% bei nicht-geimpften Frauen. [Quelle]

Selbsthilfe

Keine andere Erkrankung berührt so sehr die Intimität, das Selbstverständnis und das Körpergefühl der Frau wie eine Krebserkrankung der Gebärmutter oder der Verlust von Gebärmutter und Eierstöcken. Häufige Folge sind Probleme und Befangenheit im Umgang mit Sexualität, über Angst vor Berührungen des Partners bis zur dauerhaften Abneigung gegen Geschlechtsverkehr. Dies alles wiederum verschlechtert das Selbstwertgefühl, was das entspannte, lustvolle Erleben von Sexualität erneut blockiert: ein Teufelskreis. Und ein heikles Thema, über das mit dem Partner oft nicht gesprochen und das auch von den Ärzten zu selten angesprochen wird. Versuchen Sie Ihre Probleme mit der „neuen“ Sexualität nicht zu verschweigen und nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch. Die Schwierigkeiten haben nämlich keineswegs nur psychische Ursachen. Typische Folgen der Operation, Bestrahlungsbehandlung und Lymphknotenentfernung in der Beckenregion sind die Verengung und Vernarbung des Scheideneingangs und eine nur noch eingeschränkte Befeuchtung (Lubrikation). Dies kann vor allem in der Anfangszeit zu starken Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen.

Folgende Tipps helfen Ihnen vielleicht, die Beschwerden zumindest etwas zu lindern:

´Scheideninfektionen.Das Scheidengewebe ist nach der Bestrahlung anfällig für Infektionen. Waschen Sie das äußere Geschlechtsorgan deswegen vorbeugend mit milder Seife oder speziellen Waschlotionen, aber übertreiben Sie es nicht mit der Intimhygiene. Scheidenspülungen werden von den meisten Experten nicht mehr empfohlen, können im Einzelfall aber sinnvoll sein und gut tun. Von Intimdeos ist generell abzuraten, da sie in der Regel Alkohol enthalten und die Schleimhäute strapazieren. Kalte Kompressen und kühle Sitzbäder lindern eventuell noch vorhandenes Wundgefühl. Tragen Sie lockere, kochfeste und saugfähige Unterwäsche aus Baumwolle.

Scheidentrockenheit. Gleitcremes und Östrogensalben verbessern Geschmeidigkeit und Feuchtigkeit der Scheide. Vaginaldehner (Dilatoren) sind speziell dazu entwickelt worden, die Scheide nach gynäkologischen Operationen oder Bestrahlungen schonend zu dehnen. Es gibt sie in verschiedenen Formen, Durchmessern und Längen und sogar als Maßanfertigung. Sie werden wie ein Tampon eingeführt, wobei das Einführen mit Gleitcreme erleichtert werden kann. Auch durch vorsichtig praktizierten Geschlechtsverkehr sollte versucht werden, die Dehnbarkeit der Scheide nach und nach zu verbessern. Anfängliche Beschwerden und leichte Blutungen sind in der Regel normal.

Chronische Beinschwellungen. Gegen Wassereinlagerungen in den Beinen (Lymphödeme) helfen Lymphdrainage, Kompressionsstrümpfe und -strumpfhosen. Gehen Sie viel schwimmen. Dies wirkt wie eine Art Lymphdrainage und ist eine optimale Vorbeugung gegen Ödeme. Versuchen Sie das Tragen von schweren Lasten zu vermeiden und sehen Sie von zu heißen und langen Fuß- und Vollbädern sowie zu langen Sonnenaufenthalten ab. Eine Faustregel: Lieber laufen und liegen statt sitzen und stehen.

Entzündungen der Harnblase und des Darms, Harninkontinenz. Als Folge der Strahlenbehandlung auftretende Entzündungen der Harnblase und des Darms klingen ärztlich behandelt meist innerhalb weniger Wochen wieder ab. Die nach ausgedehnten Operationen im Beckenbereich häufig vorkommende Harninkontinenz sollte vom Urologen abgeklärt und behandelt werden. Zur Vorbeugung einer Harninkontinenz hat sich regelmäßig durchgeführtes Beckenbodentraining als sehr effektiv erwiesen.

Wechseljahrsbeschwerden. Bei einer Eierstockentfernung oder dem dauerhaften Ausfall der Eierstockfunktion als Folge der Bestrahlung kommt es zu typischen Wechseljahrsbeschwerden, die entsprechend behandelt werden können.

Komplementärmedizin

Ausführliche Übersicht zu komplementärmedizinschen Krebstherapien

Weiterführende Informationen

  • www.leitlinien.net – Interdisziplinäre Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Gebärmutterhalskrebses der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.
  • www.krebsinformation.de – Internetseite des Deutschen Krebsforschungszentrums, Heidelberg: Ausführliche Fachinformationen zum Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs, Beratungsmöglichkeit und weiterführende Links.
  • www.krebs-bei-frauen-genitaltumoren.de – Von Betroffenen erstellte, private Internetseite zum Thema Selbsthilfe bei Genitaltumoren (Gebärmutterkrebs, Gebärmutterhalskrebs etc.). Patientinnen profitieren vor allem von ausführlichen Erfahrungsberichten, aber auch von Tipps zu Kuren und Rehabilitation, Informationen zur Nachsorge und den kommentierten Buchempfehlungen.
  • Deutsche Krebshilfe e. V. (Hrsg.): Gebärmutter- und Eierstockkrebs. Ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige und Interessierte. Die blauen Ratgeber, 2005. Broschüre zum Bestellen und Herunterladen: www.krebshilfe.de Sehr kompakt und verständlich aufbereitetes Fachwissen.

Gebärmutterkrebs

Gebärmutterkrebs (Gebärmutterkörperkrebs, Gebärmutterhöhlenkrebs, Uteruskarzinom, Endometriumkarzinom, Corpuskarzinom, Gebärmutterschleimhautkrebs): Bösartiger Tumor des Gebärmutterkörpers, an dem in Deutschland etwa jede 80. Frau erkrankt. Meist tritt er im Alter zwischen 50 und 70 Jahren auf. Die Prognose hängt stark von der Ausdehnung und vom feingeweblichen Typ ab, die durchschnittliche 5-Jahres-Überlebensrate beträgt etwa 85 %; hat der Krebs bereits den Gebärmutterhals erreicht, sinkt sie auf etwa 50 %.

Leitbeschwerden

  • Blutung aus der Scheide nach den Wechseljahren
  • Zwischenblutungen oder Dauerblutungen bei Frauen über 35 Jahren
  • Blutig-eitriger oder fleischfarbener und übel riechender Ausfluss
  • Blut im Urin
  • Gewichtsverlust.

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten zwei Tagen, wenn die genannten Beschwerden auftreten

Die Erkrankung

Der Gebärmutterkrebs entwickelt sich zu 80 % aus Zellveränderungen in der Gebärmutterschleimhaut. Warum er entsteht, ist bislang ungeklärt, mehrere Risikofaktoren sind jedoch bekannt:

  • Wenn Frauen bereits an Brust- oder Darmkrebs erkrankt oder bei Verwandten ersten Grades Fälle von Brust- oder Darmkrebs vorgekommen sind.
  • Bei Frauen mit Bluthochdruck, erhöhten Blutzuckerwerten oder Übergewicht.
  • Ebenfalls betroffen sind Frauen, die während der Wechseljahre reine Östrogenpräparate (ohne Gestagen) über Jahre eingenommen haben. Dafür ist folgender Mechanismus verantwortlich: Normalerweise sorgt Gestagen für eine Auflockerung der Schleimhaut, damit sich das Ei besser einnisten kann. Bleibt dieser „Gegenspieler“ weg, wird die Schleimhaut ständig stimuliert, und es droht eine Entartung der Zellen.

Das macht der Arzt

Mit dem Vaginalultraschall stellt der Arzt Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut oder das Einwachsen eines Tumors in die Gebärmuttermuskulatur fest. Bei unregelmäßigen und abnormen Blutungen oder verdächtigen Schleimhautbereichen führt der Arzt eine Ausschabung durch, um Schleimhautgewebe für die feingewebliche und damit definitive Diagnose zu gewinnen. Größere Tumoren der Gebärmutter lassen sich manchmal auch durch den Enddarm ertasten. 

Die Behandlung des Gebärmutterkrebses besteht in erster Linie in einer Operation. Über einen Bauchschnitt werden Gebärmutter, Eileiter, Eierstöcke, die oberen Teile der Scheide sowie die Lymphknoten im kleinen Becken entfernt. Um Erkrankungsrückfälle am verbleibenden Scheidenrest zu verhindern, wird häufig eine Bestrahlung an die Operation angeschlossen. Liegen bereits Metastasen in anderen Organen vor, wird untersucht, ob diese empfindlich auf Hormone reagieren. Wenn ja, kann vor den Wechseljahren eine medikamentöse Behandlung mit GnRH-Analoga die Metastasen bekämpfen. Eine Chemotherapie hat beim Gebärmutterkörperkrebs nur selten Erfolg.

Viele Patientinnen, die eine Bestrahlung bekommen, leiden danach an Durchfall. Laut einer Studie lässt sich das vermeiden, wenn die Frauen während der Behandlung Selen als Natriumsalz  einnehmen: Dank dieser Nahrungsergänzung hatten nur 21 Prozent der behandelten Frauen mit Durchfall zu kämpfen im Vergleich zu 45 Prozent der Frauen, die kein Selen erhalten hatten. So verringerte Selen strahlungsbedingte Beschwerden, ohne -den Nutzen der Bestrahlung zu beeinträchtigen.

Für die Nachsorge und Selbsthilfe gelten die gleichen Empfehlungen wie bei Gebärmutterhalskrebs.

Komplementärmedizin

Ausführliche Übersicht zu komplementärmedizinschen Krebstherapien

Gebärmutterpolypen

Gebärmutterpolypen Zervixpolypen bei Befall des Gebärmutterhalses, Corpuspolypen bei Befall des Gebärmutterköpers): Gutartige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut. Sie können in jedem Alter, bevorzugt aber zwischen dem 45. und 60. Lebensjahr, auftreten. Wenn sie entdeckt werden, werden sie auch entfernt, schon um eine Verwechslung mit einem polypförmig wachsenden Krebs auszuschließen.

Leitbeschwerden

  • Schmierblutungen außerhalb der normalen Monatsblutungen, nach dem Geschlechtsverkehr oder nach den Wechseljahren
  • Die Monatsblutung ist plötzlich sehr schmerzhaft, nachdem sie jahrelang keine Beschwerden verursacht hat.
  • Kolikartige Unterbauchschmerzen
  • Druckgefühl und geschwollener Unterbauch
  • Vermehrter Ausfluss.

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten Tagen, wenn die oben genannten Beschwerden auftreten

Die Erkrankung

Gebärmutterpolypen können sich an vielen Stellen entwickeln und sowohl fest in der Gebärmutterwand sitzen als auch mit einem unterschiedlich langen Stiel in das Innere der Gebärmutter hinein- oder sogar aus dem Muttermund herausragen. In letzterem Fall kommt es zu vermehrtem Ausfluss oder Blutungen aus der Scheide nach dem Geschlechtsverkehr.

Das macht der Arzt

Je nach Lokalisation ertastet der Arzt die Gebärmutterpolypen bei der gynäkologischen Untersuchung oder sieht sie im Ultraschall. Sitzen sie sehr weit oben in der Gebärmutter, führt der Arzt eine Gebärmutterspiegelung durch, die ihm eine gute Beurteilung der Schleimhaut und gegebenenfalls eine sofortige Entfernung der Gebärmutterpolypen erlaubt. Da Polypen nicht immer leicht vom Gebärmutterkrebs zu unterscheiden sind, kombiniert man die Gebärmutterspiegelung mit einer Ausschabung. Dabei wird nach langsamer und vorsichtiger Dehnung des Muttermunds die Schleimhaut der Gebärmutter abgeschabt und anschließend feingeweblich untersucht. Vor allem bei Frauen über 50 besteht bei den im Ultraschall diagnostizierten Korpuspolypen Verwechslungsgefahr mit Gebärmutterkrebs.

Gebärmuttersenkung und Gebärmuttervorfall

Gebärmuttersenkung (Descensus uteri, Uterusprolaps, Genitalprolaps) und Scheidensenkung (Descensus vaginae): Absinken der Gebärmutter durch nachlassende Spannung des Beckenbodens. Sie geht in der Regel mit einer Scheidensenkung sowie einer Lageveränderung von Harnblase und Mastdarm einher.

Die Senkung betrifft zumeist Frauen nach den Wechseljahren mit Übergewicht und kann in verschiedenen Ausprägungen vorliegen; die schwerste Form ist der komplette Gebärmuttervorfall (Totalprolaps, Prolaps uteri et vaginae) durch die umgestülpte Scheide nach außen. Eine erfolgreiche Behandlung ist fast immer möglich, auch im hohen Lebensalter.

Leitbeschwerden

  • Stärker werdendes Druckgefühl nach unten
  • Schmerzen im Bereich von Kreuzbein und Steißbein
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Unwillkürlicher Urinabgang („Harntröpfeln“)
  • Ständiger Harndrang
  • Verstopfung
  • Vermehrter Ausfluss
  • (Leichte) Blutungen durch Druckgeschwüre in der Scheide
  • Im Spätstadium: sicht- und fühlbarer Vorfall von Organen.

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten Tagen oder Wochen je nach Ausmaß der Beschwerden

Die Erkrankung

Der Beckenboden stützt die inneren Geschlechts- und Harnorgane von unten. Er besteht aus drei übereinanderliegenden Muskelschichten, die in verschiedenen Richtungen verlaufen. Gleichzeitig werden die Organe mit Bändern aus Bindegewebe untereinander und an der seitlichen Beckenwand gehalten. Schwangerschaft und Geburt, häufiges Tragen schwerer Gewichte und Übergewicht belasten das Bindegewebe und die Muskulatur des Beckenbodens. Hinzu kommen bei vielen Frauen eine angeborene Bindegewebeschwäche und Haltungsfehler.

Spätestens nach den Wechseljahren führt dann der nachlassende Einfluss der Geschlechtshormone, was die Elastizität des Bindegewebes weiter vermindert, zur Senkung von Gebärmutter, Scheide, Blase (Zystozele) und/oder Mastdarm (Rektozele). Je nach Schwere der Absenkung kommt der unwillkürliche Harnabgang als sehr belastendes Symptom dazu.

Die Senkung läuft unbehandelt in mehreren Stadien von einer leichten Senkung über den teilweisen bis zum totalen Vorfall ab und entsprechend verstärken sich die Beschwerden: Aufgrund der Verformung der Harnblase wird diese möglicherweise nicht richtig entleert. Der zurückbleibende Restharn stellt ein Reservoir für Bakterien dar, die sich vermehren und Harnwegsinfektionen auslösen.

Da die Scheidenwand durch den Gebärmutterdruck ständig gereizt wird, kommt es zu vermehrtem Ausfluss und Entzündungen. Der teilweise oder vollständige Vorfall der Gebärmutter behindert beim Gehen und Sitzen und führt schnell zu Entzündungen und Geschwüren am Muttermund.

Das macht der Arzt

Diagnosesicherung. Je nach Ausprägung der Gebärmuttersenkung sieht der Arzt bereits bei der gynäkologischen Untersuchung die zu tief liegenden Organe. Nach der Aufforderung, wie zum Stuhlgang zu pressen, wird auch eine leichte Senkung sichtbar. Eine Vorwölbung des Mastdarms in die Scheide (Rektozele) ist in der rektalen Untersuchung tastbar. Stehen Blasenbeschwerden im Vordergrund, sind eine Blasenspiegelung und weitere urologische Untersuchungen zur Funktion von Füllung und Entleerung der Harnblase notwendig: Harnstrahlmessung, Restharnbestimmung, Blasendruckmessung.

Therapie. Die beginnende Gebärmuttersenkung kann mit einfachen gymnastischen Übungen gut behandelt werden. Bei stärkeren Senkungsbeschwerden kann die Gebärmutter mit speziellen Pessaren aus Hartgummi oder Silikon angehoben werden. Fortgeschrittene Verläufe sind hingegen nur durch operative Eingriffe in den Griff zu bekommen. Bei Patientinnen kurz vor oder in den Wechseljahren wird gleichzeitig eine östrogenhaltige Salbe (z. B. Linoladiol®, OeKolp®) verschrieben, die der Schrumpfung und Austrocknung der Scheide entgegenwirkt.

Als weitere Medikamente sind vor allem Östrogene effektiv (die straffend auf das Bindegewebe wirken), wegen des Krebsrisikos sollen sie aber mit Gestagenen kombiniert werden. Außerdem stehen alle weiteren Medikamente zur Belastungsinkontinenz-Therapie zur Verfügung. Bei ausgeprägten Beschwerden versucht man, Gebärmutter und Scheide operativ anzuheben und zu stabilisieren. Früher wurde häufig auch die Gebärmutterentfernung empfohlen, heutzutage kommen aber immer mehr plastisch-chirurgische Operationsverfahren zum Einsatz, die die Stützfunktion des Beckens z. B. mit Kunststoffnetzen (Biomesh) oder -schlingen verbessern. Eine Besserung der Beschwerden gelingt durch eine Operation fast immer, in etwa 20 % ist aber der Erfolg nur vorübergehend, sodass ein zweites Mal operiert werden muss.

Selbsthilfe

  • Leichte Senkungsbeschwerden werden mit dem Beckenbodentraining behandelt. Regelmäßig und richtig durchgeführt verhindert es ein weiteres Fortschreiten der Senkung.
  • Einen ähnlichen Effekt hat die Elektrostimulation der Beckenbodenmuskulatur. Durch elektrische Impulse wird die Beckenbodenmuskulatur zum Zusammenziehen gereizt und dabei gestärkt.
  • Seien Sie vorsichtig mit Bauchmuskeltraining, denn dies verstärkt den Druck auf den Beckenboden.
  • Vermeiden Sie langes Stehen und das Tragen schwerer Lasten.
  • Wenn Sie übergewichtig sind, versuchen Sie, durch ausgewogene Ernährung und viel Bewegung Ihr Gewicht zu reduzieren.

Vorsorge

  • Wenn Sie schwanger sind, heben Sie insbesondere im letzten Drittel der Schwangerschaft und im Wochenbett keine schweren Lasten.
  • Führen Sie nach jeder Geburt konsequent die Rückbildungsgymnastik durch.
  • Und, so schwer es fällt, versuchen Sie bei Übergewicht langsam und dauerhaft abzunehmen.

Weiterführende Informationen

  • www.ag-beckenboden.de – Arbeitsgemeinschaft Beckenboden im Deutschen Grünen Kreuz e. V., Marburg: Patienteninformation über Aufbau und Funktion des Beckenbodens mit Fokus auf den verschiedenen Formen der Harninkontinenz und ihren Therapien.
  • www.inkontinenz-selbsthilfe.com – Internetseite des Inkontinenz Selbsthilfe e. V., Pohlheim. Die Seite (die umfassend zum Thema Inkontinenz informiert) ist für Patientinnen mit Gebärmuttersenkung oder einem Gebärmuttervorfall vor allem wegen der verständlichen Rubrik zum Thema Beckenbodentraining hilfreich.
  • H. Höfler: Beckenbodengymnastik. 140 Übungen für Sie und Ihn. Blv, 2005. Elf verständlich geschriebene Übungsprogramme mit dazugehörigen Fotos und anatomischen Abbildungen zum Beckenboden.
  • A. E. Röcker: Beckenboden-Training. 50 Übungskarten zur Stärkung und Entspannung. Hugendubel, 2006. Kartenset mit Illustrationen und Übungsbeschreibungen, die man problemlos überallhin mitnehmen kann.

Haarbalgentzündung der Vulva

Haarbalgentzündung der Vulva Haarbalgentzündung am äußeren Genital, Folliculitis vulvae, Follikulitis): Entzündung der bindegewebigen Haarwurzelscheide am äußeren Geschlechtsorgan (Vulva), meist bakteriell bedingt. Einfache Haarbalgentzündungen lassen sich in der Regel auch einfach behandeln und heilen narbenlos ab. Bei größeren Herden ist häufig das Eröffnen und Entleeren des Herdes unter örtlicher Betäubung notwendig.

Furunkel: Tief reichende Haarbalgentzündung mit Einschmelzung zum Abszess.

Karbunkel: Verschmelzung mehrerer Furunkel zu einem großen Herd.

Leitbeschwerden

  • Stecknadelkopfgroße, eitrige Pusteln im behaarten Bereich des äußeren Geschlechtsorgans
  • Rötung der umgebenden Haut.

Furunkel:

  • Schmerzhafter, bohnen- bis walnussgroßer Knoten mit Eiterpropf und gleichzeitig schmerzhafte Schwellung in der Leiste.

Die Erkrankung

Haarbalgentzündungen beruhen meist auf Infektionen mit Bakterien wie Staphylococcus aureus und kommen in allen behaarten Regionen des Körpers vor. Sie treten häufiger auf, wenn die Haut um die Haarfollikel herum bereits geschädigt ist. So besitzt z. B. eine zu trockene oder gereizte Haut keinen ausreichenden Schutz gegen Infektionen.

Das macht der Arzt

Bevor der Arzt mit der Behandlung beginnt, entnimmt er einen Abstrich des eitrigen Sekrets, um den Krankheitserreger sicher zu bestimmen. Daher ist es wichtig, dass die Patientin nicht schon vor dem Arztbesuch antibiotische Cremes angewendet hat.

Zur Behandlung der Haarbalgentzündung reichen oft desinfizierende Lösungen oder desinfizierende Sitzbäder und Waschsyndets (Seifen mit dem natürlichen pH-Wert der Haut) aus. Ist die Entzündung bereits fortgeschritten und ein Abszess nicht zu verhindern, wird mit Zugsalbe (z. B. Ichtholan®) dessen Reifung gefördert und der Abszess anschließend unter örtlicher Betäubung eröffnet und entleert.

Krankhafter Ausfluss

Krankhafter Ausfluss (pathologischer Fluor genitalis): Vermehrter Sekretabfluss aus der Scheide. Dies ist keine Krankheit an sich, sondern ein Symptom, für das es viele Ursachen gibt. Etwa 25 % aller Frauen leiden im Lauf ihres Lebens einmal an krankhaftem Ausfluss. Ist die Ursache gefunden und eine Behandlung eingeleitet, verschwindet der Ausfluss in den meisten Fällen nach kurzer Zeit.

Leitbeschwerden

  • Vermehrter Ausfluss, eventuell unangenehm („fischig“ oder faulig) riechend oder verfärbt
  • Jucken in der Scheide.

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten Wochen bei vermehrtem, aber normal riechendem und nicht verfärbtem Ausfluss

Am nächsten Tag, wenn der Ausfluss unangenehm riecht oder blutig ist.

Die Erkrankung

Ausfluss ist normal, solange er farb- und geruchlos und von der Beschaffenheit her glasig-schleimig ist. Kurz vor dem Eisprung wird er für einige Tage dünnflüssiger. Verfärbter, übel riechender oder trocken-krümeliger Ausfluss ist immer Zeichen einer Erkrankung.

So ist z. B. bei einer Trichomonadeninfektion der Scheide der Ausfluss grünlich-gelb, schaumig und riecht streng; bei einer Pilzinfektion der Scheide ist er weiß und krümelig. Bakterielle Infektionen der Scheide lassen den Ausfluss eitrig werden; Blutbeimischungen aus einem bösartigen Tumor der Scheide oder der Gebärmutter verfärben ihn fleischfarben oder braunrot. Darüber hinaus kann auch der Gebrauch von Intimsprays oder Scheidenspülungen den Ausfluss verändern und Juckreiz im Genitalbereich hervorrufen. Bei Frauen in oder nach den Wechseljahren verursacht der Mangel an Östrogen häufig eine Austrocknung und Reizung der Scheide, die auch mit vermehrtem Ausfluss einhergeht. Selten rufen Fisteln (röhrenförmige Verbindungen) zwischen Scheide und Blase oder Scheide und Mastdarm den Ausfluss hervor.

Das macht der Arzt

Als Ursache kommen bei jüngeren und sexuell aktiven Frauen Infektionen und bei älteren Frauen Entzündungen z. B. durch Scheidentrockenheit und Tumoren vor. Bei Verdacht auf eine Infektion entnimmt der Arzt einen Abstrich des Scheidensekrets; oft liefert schon eine kurze Begutachtung des Materials unter dem Mikroskop erste Hinweise auf die Erreger. Zum Ausschluss eines Tumors nimmt der Arzt einen Abstrich vom Muttermund (Gebärmutterhalsabstrich) und führt eventuell eine Scheidenspiegelung durch. Ein Vaginalultraschall schließt sich an. Kann durch all diese Untersuchungen keine Ursache gefunden werden und bestehen die Beschwerden auch nach einem Behandlungsversuch weiter, so wird der Arzt eine Ausschabung unter Kurznarkose empfehlen.

Die Behandlung des krankhaften Ausflusses hängt von der zugrunde liegenden Krankheit ab. So werden Infektionen entsprechend mit Antimykotika (gegen Pilze) oder Antibiotika (gegen Bakterien) behandelt. Beschwerden durch Hormonmangel nach den Wechseljahren können mit einer östrogenhaltigen Salbe (z. B. Linoladiol®, OeKolp®) gelindert werden.

Kystom (gutartiger Eierstocktumor)

Kystom (Zystadenom, Adenokystom): Ein- oder beidseitig auftretender drüsiger, gutartiger Eierstocktumor, in dem sich aufgrund fehlenden Abflusses der Drüsensekrete ein mit flüssigkeitsgefüllter Hohlraum bildet. Dieser dehnt sich im Lauf des fruchtbaren Lebensabschnitts unter dem Einfluss der Sexualhormone immer weiter aus. Da die Unterscheidung zu einem bösartigen Eierstocktumor oft nur feingeweblich möglich ist, werden Kystome immer operativ entfernt.

Seröse Kystome. Gehören zu den häufigsten Tumoren im Eierstock und betreffen in der Regel Frauen zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Sie kommen oft beidseitig vor und enthalten wässriges (seröses) und klares Sekret.

Muzinöse Kystome. Betreffen überwiegend Frauen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Muzinöse Kystome werden von einem Zylinderepithel ausgekleidet, das einen intestinalen (vom Darm her) oder zervikalen (von der Gebärmutter her) Ursprung hat. Meist treten sie einseitig auf und sind mit einer schleimigen Flüssigkeit gefüllt. Sie gehören mit einem Gewicht von bis zu 4000 g zu den größten Eierstocktumoren.

Symptome und Leitbeschwerden

Kystome bereiten in der Regel erst Beschwerden, wenn sie größer werden:

  • Verdauungsbeschwerden und Völlegefühl (z. B. Blähungen, Verstopfung)
  • Schmerzen beim Stuhlgang und Wasserlassen
  • Fremdkörpergefühl im Unterleib
  • Zunahme des Leibesumfangs
  • Flüssigkeitsansammlung in der freien Bauchhöhle ("Bauchwassersucht")
  • Appetitlosigkeit.

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten Tagen, wenn

  • immer wieder unbestimmte Verdauungsbeschwerden wie Magenschmerzen oder Blähungen auftreten.
  • Sie plötzlich Gewicht verlieren, aber gleichzeitig Ihr Bauch an Umfang zunimmt.
  • vaginale Blutungen außerhalb der Menstruation oder nach den Wechseljahren auftreten.

Die Erkrankung

Kystome. Kystome füllen sich mit wässrigem oder dickflüssigem Sekret (seröses bzw. muzinöses Kystom), erreichen eine beträchtliche Größe und füllen unter Umständen den ganzen Bauchraum aus. Häufig sammelt sich Flüssigkeit im Bauchraum an (Aszites).

Andere Eierstocktumoren. Daneben gibt es etwa 20 weitere Typen von gutartigen Eierstocktumoren, die vom Drüsengewebe des Eierstocks, aber auch von Eizellen oder Eizellenresten oder vom Eierstockbindegewebe ausgehen. Eine häufige Sonderform stellen die Endometriosezysten (Schokoladen- oder Teerzysten) dar, das sind mit Blut gefüllte Zysten aus Endometrioseherden.

Ursachen

Ein Kystom entsteht, wenn das Sekret nicht abfließt und sich ein Hohlraum bildet. In den meisten Fällen wird von einem hormonellen Einfluss ausgegangen.

Diagnosesicherung

Der Befund wird zunächst durch einen Scheiden- und Bauchultraschall gestellt. Da etwa 20 % aller Kystome und anderer gutartiger Eierstocktumoren entarten, sollten sie immer operativ entfernt und untersucht werden.

Behandlung

Je nach Größe des Kystoms erfolgt die operative Entfernung durch eine Bauchspiegelung oder einen Bauchschnitt. Ob der restliche Eierstock mitentfernt werden muss, hängt von der Größe und Lage des Kystoms und vom Alter der Patientin ab.

Bauchspiegelung. Die Bauchspiegelung (Laparoskopie) wird in Vollnarkose durchgeführt. Über eine dicke Hohlnadel wird die Bauchhöhle mit Kohlensäuregas aufgebläht, damit sich die inneren Organe etwas voneinander abheben und gut beurteilen lassen. Durch einen kleinen Bauchschnitt in Nabelnähe wird ein beleuchtetes, etwa bleistiftdünnes Rohr (Glasfaseroptik) in die Bauchhöhle eingeführt, mit dem die Organe und eventuelle Veränderungen inspiziert werden. Zur Entnahme von Gewebeproben (Biopsien) oder kleinen Myomen wird ein zangenartiges Instrument über einen zweiten Bauchschnitt eingeführt. Die Bauchspiegelung erfordert bei ansonsten gesunden Frauen in der Regel nur einen sehr kurzen Krankenhausaufenthalt.

Bauchschnitt. Der Bauchschnitt (Laparotomie), das Öffnen der Bauchhöhle, erfolgt ebenfalls unter Vollnarkose, erfordert aber einen ca. 5-tägigen Krankenhausaufenthalt. Ein Bauchschnitt ist vor allem bei großen Kystomen notwendig, ferner wenn ein bösartiger Tumor nicht ausgeschlossen werden kann. In diesem Fall werden möglichst beide Eierstöcke, die Eileiter und auch die Gebärmutter mit entfernt.

Myome der Gebärmutter

Myom (Uterusmyom, Leiomyom): Gutartige Geschwulst der Gebärmuttermuskulatur. Je nach Sitz unterscheidet man Myome, die sich in Richtung Gebärmutterhöhle vorwölben (submuköse Myome), in der Gebärmutterwand gelegene Myome (intramurale Myome) und Myome, die in Richtung Bauchraum hervorstehen (subseröse Myome). Myome können sehr groß und in Extremfällen bis zu mehreren Kilogramm schwer werden. Mit den Wechseljahren verschwinden die Myome von selbst wieder.

Uterus myomatosus: Meist zahlreiche gutartige Muskelgeschwulste der Gebärmutter (Uterus) mit unterschiedlicher Ausprägung in Größe, Anzahl, Form und Lokalisation. Der Uterus myomatosus ist der häufigste gutartige Tumor bei Frauen: Vermutlich sind 30 % der Frauen über 30 Jahre betroffen, doch drei Viertel der Frauen merken davon nichts. Nur falls starke Beschwerden auftreten, erfordern sie hormonelle oder chirurgische Therapiemaßnahmen.

Symptome und Leitbeschwerden

Beschwerden während der Menstruation:

  • Verlängerte und ungewohnt schmerzhafte Blutung (mehr als 5 Tage)
  • Zwischenblutungen, insbesondere kurz vor den Wechseljahren
  • Blutungen mit wehenartigen Schmerzen, da die Gebärmutter auf den Fremdkörper reagiert
  • Abgang von Blutkoageln (Klumpen geronnenen Bluts)
  • Verschlimmerung der Beschwerden von Monat zu Monat
  • Ungewollter Schwangerschaftsabbruch (Abort)
  • Sterilität, Infertilität.

Beschwerden aufgrund des Blutverlusts:

  • Müdigkeit und Leistungsabfall
  • Infektneigung, vor allem durch Pilze
  • Blutarmut (Anämie), die einhergeht mit Müdigkeit und Blässe.

Beschwerden benachbarter Organe:

  • Rückenschmerzen
  • Druck- und Fremdkörpergefühl im Unterleib
  • Verstopfung sowie Beschwerden beim Stuhlgang, hervorgerufen durch den Druck auf den Darm
  • Beschwerden beim Geschlechtsverkehr
  • Akutes Abdomen: Durch die Drehung eines (gestielten) Myoms um die eigene Achse werden dort verlaufende Blutgefäße abgeschnürt und die Blutzufuhr unterbrochen. Es entwickelt sich ein Symptomenkomplex, der sich durch starke Schmerzen im Bauchraum (Abdom) und eine mögliche Lebensbedrohlichkeit auszeichnet
  • Blasenbeschwerden mit vermehrtem Harndrang bis hin zu ungewolltem Urinverlust (Harninkontinenz).

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten Wochen, wenn

  • die genannten Beschwerden auftreten.

Die Erkrankung

Ursachen und Risikofaktoren

Uterusmyome entstehen und wachsen unter dem Einfluss von Östrogen, Progesteron und anderen Hormonen wie Insulin. Aus diesem Grund gibt es Myome nur im gebärfähigen Alter. Nach den Wechseljahren (Klimakterium) tritt oft ein Wachstumsstillstand ein oder eine spontane Rückbildung, allerdings verschwinden Myome in den Wechseljahren nicht. Da sie jedoch nicht bluten, sind sie selten therapiebedürftig.

Risikofaktoren:

  • Vererbung
  • 9fach erhöhtes Risiko bei Frauen mit afrikanischer, afrokaribischer und afroamerikanische Abstammung.

Klinik

Die Beschwerden variieren je nach Größe, Lokalisation und Zahl der Myome. Die vielfältigen Beschwerden lassen sich vor allem „mechanisch“ durch die Vergrößerung und Raumforderung der monatlich wachsenden Gebärmutter infolge der Myome erklären.

Lokalisation

Komplikationen

In seltenen Fällen entartet das Myom zu einem Uterussarkom oder Myosarkom, das zwar in der Gebärmutter lokalisiert, aber ansonsten nicht mit dem Gebärmutterkrebs verwandt ist. Wenn es nicht frühzeitig operativ entfernt wird, ist es fast immer tödlich.

Ein großes oder mehrere kleine Myome können verhindern, dass eine Schwangerschaft eintritt. Bei Frauen, die trotz Myom schwanger werden, besteht ein leicht erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt.

Diagnosesicherung

Die Diagnose sichern vor allem der Vaginal- und Bauchultraschall. Anschließend erfolgt die bimanuelle Tastuntersuchung, dabei führt der Frauenarzt zunächst seinen Finger in die Scheide ein und überprüft das Gewebe oder das Vorliegen von Verhärtungen. Die zweite Hand legt er auf die Bauchdecke, sodass er die Gebärmutter von außen vorsichtig abtasten kann.

Ein Bluttest klärt, ob eine Blutarmut (Anämie) und ein Eisenmangel vorliegen. Wenn notwendig, wird ergänzend eine Gebärmutterspiegelung, eine Bauchspiegelung oder ein Kernspin durchgeführt, um Myome räumlich exakt zu lokalisieren.

Behandlung

So vielschichtig wie die Beschwerden, so vielseitig sind auch die Therapiemöglichkeiten.

Abwartende Behandlung

Kleine Myome erfordern keine Behandlung, solange die Beschwerden gering sind. Die Myome sollten allerdings regelmäßig per Ultraschall kontrolliert werden, um ein überschießendes Größenwachstum und eine eventuelle Entartung frühzeitig zu erkennen.

Pharmakotherapie

Nicht steroidale Entzündungshemmer. Hierzu zählen entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen oder Naproxen.

Pille. Myome lassen sich generell mit der „Pille“ hormonell „ruhigstellen“. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn sowieso eine Verhütung gewünscht ist und keine ›Ausschlusskriterien vorliegen. Wird die „Pille“ allerdings abgesetzt, verschlimmern sich die Beschwerden rasch wieder.

GnRH-Analoga. GnRH-Analoga (z. B. Enantone-Gyn®) wirken auf das Gehirn, das daraufhin kein GnRH mehr ausschüttet. Damit werden die Eierstöcke ruhiggestellt, es kommt sozusagen zu künstlichen Wechseljahren. GnRH-Analoga werden einmal im Monat in den Oberarm injiziert. Ihre Effektivität ist hoch: Sie stoppen nicht nur das Myomwachstum, sondern bringen die Myome sogar zum Schrumpfen. GnRH-Analoga führen jedoch zu den typischen Beschwerden der einsetzenden Wechseljahre wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche bis hin zu Depressionen. Eine längere Behandlung mit GnRH-Analoga wirkt sich ungünstig auf die Knochendichte aus, es besteht die Gefahr von Osteoporose. Deswegen ist diese Therapie nur eine Lösung im Falle von Beschwerden „in Sichtweite“ der Wechseljahre.

Etlichen Patientinnen bleibt letztlich die operative Entfernung der Myome nicht erspart. Um diese risikoarm durchführen zu können, kommen die GnRH-Analoga oft für die Monate vor der Operation zum Einsatz. Zum einen bilden sich damit die Myome zurück, zum anderen verliert die Patientin während der Menstruation weniger Blut.

Ulipristalacetat. Als Alternative zu den GnRH-Analoga gibt es seit 2012 den Wirkstoff Ulipristalacetat unter dem Namen ellaOne®. Er ist außer als „Pille danach“ auch zur präoperativen Behandlung von Gebärmutter-Myomen zugelassen, die für eine Operation vorgesehen sind. Darüber hinaus dient Ulipristalacetat der Intervall-Therapie mittlerer bis starker Symptome. Ob sich Myome nach der Behandlung mit Ulipristalacetat schonender entfernen lassen als ohne Behandlung, ist noch unklar. Ebenso fehlen Studiendaten über die Verträglichkeit von Ulipristalacetat bei Langzeitanwendung.

Operative Therapieverfahren

Myom-Operation. Der Umfang der Operation hängt entscheidend von Größe, Lokalisation und Zahl der Myome ab. Wenig belastend sind die minimal-invasiven Verfahren. Bevorzugt kommt die Ausschälung (Myomenukleation) zur Anwendung. Dabei versucht der Arzt, die Myome mit GnRH-Analoga zu verkleinern, um sie anschließend mit einer Bauchspiegelung leichter aus der Gebärmutterwand herausschälen und die Gebärmutter dadurch erhalten zu können. Der Nachteil dieser Methode ist allerdings die Rückfallgefahr.

Gebärmutterentfernung. Bei sehr großen, ungünstig gelegenen oder besonders zahlreich vorhandenen Myomen empfiehlt der Arzt – vor allem, wenn die Familienplanung bereits abgeschlossen ist – die Gebärmutterentfernung (Totaloperation, Hysterektomie). Sie erfolgt entweder vaginal (von der Scheide aus, wenig invasiv) oder abdominal (vom Bauch aus, größerer Eingriff, aber bessere Übersicht für den Operateur). Die Gebärmutterentfernung ist dann gerechtfertigt, wenn die Gebärmutter insgesamt stark vergrößert ist oder andere krankhafte Veränderungen die Folge sind (z. B. Gebärmuttersenkung, Harn- oder Stuhlinkontinenz). Eine operative Therapie hat den Vorteil, dass die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone im Gegensatz zur Therapie mit GnRH-Analoga nicht beeinträchtigt wird.

Die Komplikationsrate bei der Gebärmutterentfernung ist erstaunlicherweise kleiner als bei der Ausschälung, die in der Regel große Wundflächen hinterlässt. Aus diesem Grund ziehen vor allem ältere Frauen manchmal die Gebärmutterentfernung vor.

Embolisation. Bei der Embolisation verödet (embolisiert) der Arzt mit einem Katheter, den er über die Leistenbeuge in ein Beckengefäß vorschiebt, ein zur Gebärmutter führendes Blutgefäß. Durch die gedrosselte Blutzufuhr kommt es in der Folgezeit zu einer Schrumpfung des Myoms und Abschwächung der Monatsblutung. Dieses Verfahren ist technisch aufwendig und mit einer erheblichen Strahlenbelastung wegen der notwendigen Durchleuchtungskontrollen verbunden. Deshalb wird die Embolisation derzeit nur von wenigen Kliniken angeboten. Zudem sind nicht alle Myome für eine Embolisation geeignet.

Ultraschalltherapie. Hierbei wird das Myom unter Magnetresonanztomografie-Aufnahmen (MRT) durch gebündelte Ultraschallwellen überhitzt oder zum Schrumpfen gebracht. Diese Behandlung eignet sich nur für kleine Myome mit einem Durchmesser unter 8 cm. Sie wird derzeit nur in wenigen Kliniken eingesetzt, da es noch zu wenig Erfahrungen damit gibt.

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können

Gehen Sie regelmäßig zur Kontrolluntersuchung zu Ihrem Frauenarzt.Es gibt leider keine Tees, Entspannungsverfahren, Gymnastiktechniken oder Ernährungsempfehlungen, die Myome zur Rückbildung bringen. Allenfalls kann die Wahrnehmung der Beschwerden positiv beeinflusst werden. Aufgrund des Voranschreitens der Beschwerden von Monat zu Monat ist dies aber meist keine Lösung. Trotzdem ist Schwarzsehen nicht angesagt: Heutzutage bedeutet die Therapie von Myomen – anders als noch vor 30 Jahren – keinesfalls immer die Gebärmutterentfernung, vor der viele Frauen Angst haben.

Komplementärmedizin

Pflanzenheilkunde. Eine Behandlungsalternative bei kleinen Myomen sind Präparate mit Heilpflanzen wie Mönchspfeffer (z. B. Agnolyt®, Femicur®), deren Wirkstoffe den Östrogenspiegel senken. Teezubereitungen aus Schafgarbe(Achillea millefolium) können Blutungsstärke und -dauer regulieren sowie krampfartige Schmerzen lindern. Sie sind z. B. eine gute Lösung, wenn eine Schwangerschaft besteht.Nicht hormonelle, „natürliche“ Medikamente oder Therapiemethoden werden von vielen Frauen anfangs gewünscht oder sogar verlangt. Die frauenärztliche Praxis zeigt aber, dass die Patientinnen allenfalls vorübergehend eine positive Wirkung berichten, wie z. B. eine Reduktion der Blutungsstärke oder -dauer. Fast alle Patientinnen wenden sich deshalb früher oder später mit den gleichen Menstruationsbeschwerden/-störungen erneut an den Frauenarzt.

Scheidenmykose (Pilzinfektion der Scheide)

Scheidenmykose (Soorkolpitis, Vaginalcandidose, Candidiasis, Vulvovaginitis mycotica, Moniliasis): Infektion der Scheide mit dem Hefepilz Candida albicans. Diese Pilzinfektion ist die häufigste Infektion von Vagina und Vulva; fast jede Frau erkrankt im Lauf ihres Lebens mindestens einmal daran. Mit entsprechender Behandlung verschwinden die Beschwerden schnell und folgenlos; Rückfälle sind aber häufig.

Symptome und Leitbeschwerden

  • Starker Juckreiz der Scheide und im äußeren Genitalbereich
  • Brennen der Scheide
  • Grauweißer, krümeliger Ausfluss aus der Scheide (wie Hüttenkäse)
  • Rötung und Reizung des äußeren Genitalbereichs
  • Unangenehmer Geruch im Intimbereich
  • Manchmal Bläschen oder Ausschlag
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Leichte Schwellung der Schamlippen
  • Hautrisse am Scheideneingang.

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten Tagen, wenn

  • grauweißer, krümeliger Ausfluss und starker Juckreiz auftreten.
  • die Haut im Genitalbereich brennt und gerötet ist.
  • die Beschwerden nach mehrtägiger Behandlung nicht verschwinden.
  • die Schmerzen beim Geschlechtsverkehr immer wieder auftreten.
  • zusätzlich Unterbauchschmerzen und Fieber bestehen.

Heute noch, wenn

  • Schmerzen beim Wasserlassen auftreten.

Die Erkrankung

Krankheitsentstehung

Hefepilze wie Candida albicans gehören zur normalen Flora der Scheide und sind nur krankmachend (pathogen), wenn sie ein Milieu vorfinden, in dem sie sich überproportional vermehren können.

Neben der Scheide sind in der Regel auch die Vulva und manchmal die Harnröhre betroffen. Dadurch kommt neben den charakteristischen Symptomen wie Juckreiz und veränderter Ausfluss oft auch ein vermehrter und schmerzhafter Harndrang hinzu.

Risikofaktoren

  • Döderlein-Bakterien (Laktobazillen, Normalflora), die im Alter weniger Milchsäure produzieren, sodass das Scheidenmilieu dadurch weniger sauer wird und schädliche Bakterien sich leichter vermehren
  • Zerstörung des natürlichen Säureschutzes der Scheidenschleimhaut durch übertriebene Hygienemaßnahmen wie zu häufiges Waschen, Scheidenspülungen oder hautreizende Substanzen in Seifen oder Intimsprays
  • Vermehrtes Pilzwachstum begünstigt durch Fettleibigkeit und Diabetes mellitus
  • Immunschwäche
  • Stress
  • Veränderter Hormonhaushalt beispielsweise in der Schwangerschaft
  • Strahlentherapie bei Krebserkrankungen
  • Langfristige Einnahme der "Pille"
  • Synthetische und eng anliegende Unterwäsche
  • Einnahme von Breitspektrum-Antibiotika (etwa bei innerer Erkrankung), die die natürliche Darm- und Scheidenflora schwächt oder temporär ganz abtötet. Folge ist ein aufgehobener Säureschutz der Scheidenschleimhaut, sodass sich schädliche Bakterien vermehren
  • Veränderte Hormonkonzentration am Ende der Schwangerschaft, die häufig zur Scheidenmykose führt.

Diagnosesicherung

Die Diagnose Pilzinfektion vermag der Frauenarzt häufig schon aufgrund der Beschwerden und der entzündlich geröteten Scheidenwand zu stellen. Zur Sicherheit nimmt er einen Abstrich und untersucht ihn unter dem Mikroskop. Bei nicht eindeutigem Ergebnis wird eine Kultur angelegt, d. h. der Arzt streicht das Sekret auf einen speziellen Nährboden und prüft nach 48 Stunden, ob Hefepilzkulturen gewachsen sind. Mit der Behandlung beginnt er normalerweise aber sofort.

Behandlung

Antimykotische Cremes oder Vaginalzäpfchen (mit Clotrimazol, Miconazol oder Nystatin, z. B. Canesten®, Daktar®, Adiclair®) sind einfach anzuwenden und beseitigen den Juckreiz schnell. Wichtig ist, dass die Behandlung ausreichend lange (je nach Präparat 3–7 Tage) und konsequent durchgeführt wird, auch wenn keine Beschwerden mehr bestehen; andernfalls drohen Rückfälle. Reicht die Behandlung mit Creme oder Vaginalzäpfchen nicht aus, verschreibt der Arzt Antimykotika in Tablettenform.

Bei einer häufiger auftretenden Pilzinfektion der Scheide (mehr als 4-mal im Jahr) muss der Arzt andere Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus ausschließen, aber auch andere Faktoren, die die Entwicklung einer Pilzinfektion begünstigen, wie Hygiene, Ernährung, Medikamenteneinnahme.

In manchen Fällen wird die bakterielle Fehlbesiedlung auch vom Mann auf die Frau übertragen. Treten Beschwerden wie bei einer Harnröhreninfektion oder Prostataentzündung auf, sollte er zum Urologen gehen – und kann im günstigen Fall das eigene Problem und das der Partnerin lösen.

Behandlung in der Schwangerschaft. Durch die veränderte Hormonkonzentration können bei werdenden Müttern am Ende der Schwangerschaft Hefepilze im Genitalbereich auftreten. Bei einer vaginalen Geburt werden diese Pilze in 80 % der Fälle auf die Haut des Neugeborenen übertragen, um dann über den Mund in den Körper des Kindes zu gelangen. Frühchen unter 1500 g können dadurch an einer Infektion durch Pilze (Candidasepsis) erkranken. Zwar ist eine Pilzprophylaxe in der Schwangerschaft bis jetzt noch nicht routinemäßig vorgesehen, sie wird jedoch empfohlen. Hierfür wird ab der 34. Schwangerschaftswoche eine Pilzkultur angelegt, unabhängig davon, ob Beschwerden auftreten oder nicht. Lassen sich Hefepilze nachweisen, eignen sich für eine lokale Therapie Imidazole wie Fenticonazol, Miconazol, Econazol und Clotrimazol am besten, da sie wirken und sowohl für die werdende Mutter als auch für den Embryo und den Fetus unschädlich sind.

Achtung. Während einer Schwangerschaft dürfen Sie keine oralen Antipilzmittel einnehmen! Droht eine Frühgeburt, müssen Pilzkultur und Behandlung entsprechend früher erfolgen.

Prognose

In den meisten Fällen ist die Pilzinfektion zwar langwierig, aber ungefährlich. Wird die Therapie zu früh beendet oder ist der Geschlechtspartner ebenfalls betroffen, kann die Behandlung erfolglos bleiben.

Bei immungeschwächten Frauen drohen eine Ausbreitung der Scheidenmykose auf den ganzen Körper und ein Befall der inneren Organe.

Ihr Apotheker empfiehlt

Was Sie selbst tun können

  • Nehmen Sie die verschriebenen Mittel ausreichend lange und brechen Sie die Therapie nicht vorzeitig ab.
  • Verwenden Sie zur Intimpflege eine pH-neutrale Waschlotion, möglichst jedoch nur Wasser.
  • Tragen Sie kochfeste, luftdurchlässige Baumwollwäsche.
  • Verzichten Sie möglichst während der Zeit des Pilzbefalls auf Geschlechtsverkehr.
  • Kürzen Sie die Schamhaare etwas.
  • Verzichten Sie auf Oralverkehr während der Infektion.
  • Wechseln Sie nicht ungeschützt zwischen Anal- und Vaginalverkehr, da sich sonst Pilze oder andere Keime aus dem Darm oder Analbereich in der Scheide ansiedeln können.
  • Eine durch die Einnahme von Antibiotika geschädigte Darmflora können Sie z. B. durch probiotische Joghurts wieder aufbauen.

Geeignete Medikamente

Als Therapie empfiehlt sich, die Scheidenflora mit Milchsäurepräparaten (z. B. Eubiolac Verla® Vaginaltabletten) oder Döderlein-Bakterien (z. B. Vagiflor® Vaginalzäpfen) zu verbessern. Als Vaginaltherapeutika bezeichnet man Cremes, Salben, Tabletten und Zäpfchen, die direkt in die Scheide eingebracht werden. Vaginaltabletten und -zäpfchen lösen sich in der Scheide von selbst auf oder schmelzen bei Körpertemperatur. Daher ist es wichtig, sie vor dem Einführen nicht zu lange in der Hand zu halten.

Da Vaginaltherapeutika beim Gehen aus der Scheide herausfließen können, sollten sie am besten abends vor dem Schlafengehen im Liegen eingeführt werden. Die optimale Wirkung entfaltet sich, wenn das Medikament mit einem Applikator vorsichtig in das hintere Scheidengewölbe geschoben wird. Je nach Präparat kann es während der Anwendung zu gefärbtem Ausfluss aus der Scheide kommen. Slipeinlagen ohne Kunststoffbeschichtung schützen in dieser Zeit die Wäsche vor Verfärbungen.

Komplementärmedizin

Pflanzenheilkunde. Sind die äußeren Schamlippen stark gerötet, tragen Sie auf diese bei jedem Toilettengang sanft Johanniskrautöl auf. Warme Sitzbäder mit Kamille bringen in einigen Fällen Linderung gegen den Juckreiz und das Brennen.

Homöopathie. Die Homöopathie empfiehlt eine individuell abgestimmte Konstitutionstherapie, die sich nach der körperlichen, seelischen und geistigen Verfassung der Patientin richtet, insbesondere wenn die Pilzinfektionen häufig auftreten.

Prävention

Zur Prävention gehört vor allem die richtige Hygiene:

  • Vermeiden Sie häufige Schaumbäder, die dem Scheidenmilieu schaden.
  • Reinigen Sie sich nach dem Stuhlgang von vorn nach hinten, sonst können Pilze oder andere Keime aus dem Darm oder Analbereich in die Scheide gelangen.
  • Vorbeugend sollten Sie die Handtücher häufiger wechseln und diese bei mindestens 60 Grad waschen.
  • Achten Sie auch darauf, dass jeder im Haushalt ein eigenes Handtuch benutzt.
  • Verzichten Sie auf kunststoffbeschichtete Slipeinlagen und Binden, die zu einem Wärme- und Feuchtigkeitsstau führen, in dem sich die Pilze ansiedeln können.
  • Wechseln Sie verschwitzte Unterwäsche oder nasse Badesachen zügig.

Ansonsten gilt zur Vorbeugung:

  • Verwenden Sie Kondome während der Pilzinfektion.
  • Der Sexualpartner sollte sich ebenfalls behandeln lassen.
  • Schonen Sie die Haut im Genitalbereich.
  • Meiden Sie Zucker, Süßigkeiten und süßes Obst, das entzieht den Hefepilzen die Nahrung.

Trichomonadeninfektion der Scheide

Trichomonadeninfektion der Scheide (Trichomoniasis, Trichomonadenkolpitis): Infektion der Scheide mit dem Erreger Trichomonas vaginalis. Trichomonaden sind bei 8–12 % aller gesunden Frauen im geschlechtsreifen Alter nachzuweisen. Etwa ein Drittel aller Scheidenentzündungen beruhen auf einer Infektion mit diesen Geißeltierchen. Häufig verursachen sie keine Beschwerden und nach adäquater Behandlung heilt eine Trichomonadeninfektion fast immer schnell aus.

Leitbeschwerden

  • Jucken und Brennen der Scheide und des äußeren Geschlechtsorgans, verstärkt nach Geschlechtsverkehr
  • Schaumiger, grünlich-gelber bis bräunlicher, manchmal übel riechender Ausfluss
  • Vermehrter Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen.

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten Tagen, wenn

  • Dünnflüssiger, grünlich-gelb verfärbter Ausfluss auftritt
  • Es zu Jucken und Brennen in der Scheide kommt
  • Schmerzen nach dem Geschlechtsverkehr auftreten.

Heute noch, wenn Schmerzen beim Wasserlassen auftreten.

Die Erkrankung

Trichomonaden sind kleinste Geißeltierchen (Flagellaten), die in den Schleimhäuten der Harnwege und des Genitaltrakts bei Männern und Frauen vorkommen. Sie sind fakultativ pathogen, d. h., sie rufen nicht in jedem Fall eine Infektion hervor. Trichomonaden werden durch Geschlechtsverkehr, seltener auch durch infizierte Badekleidung oder Handtücher übertragen. Die akute Entzündung zeigt sich durch starkes Jucken und Brennen im Genitalbereich, insbesondere nach dem Geschlechtsverkehr. Da häufig auch die Harnröhre befallen ist, können die Symptome denen einer (chronischen) Blasenentzündung ähneln.

Das macht der Arzt

Auf eine Trichomonadeninfektion weisen bereits der charakteristische Ausfluss und eine gerötete und eventuell geschwollene Scheidenwand hin. Der Arzt sichert die Diagnose durch eine Untersuchung des Scheidenabstrichs unter dem Mikroskop, wo die Bewegungen der Geißeltierchen gut erkennbar sind. Leichte Infektionen werden mit einer einmaligen Einnahme des Antibiotikums Metronidazol (z. B. Clont®) behandelt, bei chronischen Infektionen kann eine Behandlung von 5–10 Tagen notwendig sein, eventuell verschreibt der Arzt zusätzlich Vaginalzäpfchen mit dem gleichen Wirkstoff. Da es sich um eine sexuell übertragbare Krankheit handelt, wird der Partner in der Regel mitbehandelt. Auf Geschlechtsverkehr ist während der Infektion zu verzichten.

Vorsorge

Wenn Sie zu Trichomonadeninfekten neigen:

  • Verwenden Sie beim Geschlechtsverkehr Kondome
  • Verzichten Sie auf Sauna- und Schwimmbadbesuche.

Ulcus molle und Lymphogranuloma inguinale

Ulcus molle (weicher Schanker): In Mitteleuropa selten, in warmen Ländern häufiger vorkommende, „klassische“ Geschlechtskrankheit, die durch Infektion mit dem Bakterium Haemophilus Ducreyi ausgelöst wird. Charakteristisch sind ein oder mehrere rundlich-ovale, weiche Geschwüre mit ausgefransten Rändern im Geschlechtsorganbereich, die druckschmerzhaft sind und leicht bluten. Die Erkrankung wird ausschließlich durch Geschlechtsverkehr übertragen und heilt nach richtiger antibiotischer Behandlung vollständig aus.

Lymphogranuloma inguinale (Lymphogranuloma venereum, venerische Lymphknotenentzündung, Nicolas-Favre-Krankheit, Chlamydiose, vierte Geschlechtskrankheit): In Mitteleuropa sehr seltene, in Ostafrika, Lateinamerika und Ostasien häufige Geschlechtskrankheit durch Infektion mit dem Bakterium Chlamydia trachomatis Typ L. Typisch sind kleine, schmerzlose Geschwüre oder Bläschen in der Geschlechtsorganregion mit strangartigen und schmerzhaften Schwellungen in der Leiste. In manchen Fällen entwickelt sich daraus ein ebenfalls nicht schmerzhaftes kleines Geschwür. Etwas später schwellen die in der Nähe gelegenen, entzündeten Lymphknoten (in der Leiste, im Dammbereich oder an der Innenseite der Beckenschaufel) massiv an.

Die Erkrankung heilt nach antibiotischer Behandlung über 2–3 Wochen vollständig aus. Ohne oder nach unzureichender Therapie kann es zu schwerwiegenden Lymphabflussstörungen im Geschlechtsorgan- und Analbereich sowie bei Frauen zur Unfruchtbarkeit kommen.

Unspezifische bakterielle Scheideninfektion

Unspezifische bakterielle Scheideninfektion (bakterielle Vaginose, Aminkolpitis, Gardnerella-Vaginose, unspezifische Kolpitis): Häufige Infektion und Entzündung der Scheide durch eine Kombination verschiedener Bakterien (Mischinfektion), meist Folge eines ungünstigen Scheidenmilieus, aber auch durch Geschlechtsverkehr übertragbar. Hiervon abzugrenzen sind die spezifischen bakteriellen Infektionen von Scheide, Gebärmutterhals und Harnröhre, bei denen jeweils ein Bakterium für das Krankheitsgeschehen verantwortlich ist. Hierzu zählen vor allem die genitale Chlamydieninfektion und Gonorrhoe.

Leitbeschwerden

  • Missempfinden und verstärktes Nässegefühl in der Scheide
  • Dünnflüssiger, grauer, unangenehm fischartig riechender Ausfluss, verstärkt nach Geschlechtsverkehr (wegen des alkalischen Prostatasekrets)
  • Juckreiz und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Wann zum Frauenarzt

In den nächsten Tagen, wenn fischartig riechender Ausfluss auftritt, auch wenn sonst keine Beschwerden bestehen

Die Erkrankung

Der Keim Gardnerella vaginalis wurde früher als Haemophilus vaginalis bezeichnet und kommt bei etwa 40 % aller Frauen in der Scheide vor. Eine Infektion verursacht er nur, wenn gleichzeitig anaerobe (ohne Luft vermehrungsfähige) Bakterien in hoher Anzahl vorliegen. Die Erreger produzieren ammoniakhaltige Amine, die die Scheidenwand reizen und den fischartigen Geruch des Ausflusses verursachen. Juckreiz und Rötung des Scheideneingangs treten nur selten auf, häufig werden überhaupt keine Symptome bemerkt. Da die Keime an den inneren Geschlechtsorganen wie Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcken sehr schwere Infektionen auslösen sowie eine bestehende Schwangerschaft gefährden können, ist eine Behandlung unbedingt notwendig, wenn ein fischartig riechender Ausfluss bemerkt wird. Rückfälle sind allerdings häufig.

Das macht der Arzt

Sind die Beschwerden nicht ganz eindeutig, lässt sich der charakteristische Fischgeruch verstärken, indem der Arzt eine kleine Menge Kalilauge auf den Ausfluss träufelt. Die mikroskopische Untersuchung des Sekrets zeigt die für die Infektion typischen Zellen (Schlüsselzellen). Der Arzt legt gleichzeitig eine Kultur an, um weitere Begleitinfektionen auszuschließen oder zu diagnostizieren.

Die Behandlung erfolgt hauptsächlich mit den Antibiotika Metronidazol (z. B. Clont® Vaginaltabletten) oder Clindamycin (z. B. Sobelin® Vaginalcreme). Eine lokale Behandlung ist also möglich, erfolgreicher ist jedoch die innerliche Einnahme. Die Mitbehandlung des Partners empfiehlt man heute nicht mehr, da in diesem Fall die Rückfallrate durch eine Partnerbehandlung nur kurzfristig gesenkt wird.

Familie Dres. med. Claudia und Arne Schäffler, Augsburg
Unspezifische bakterielle Scheideninfektionen bieten dem Arzt wenig Anhaltspunkte für die korrekte Diagnose. Im abgebildeten Beispiel einer 34-jährigen Patientin sind lediglich Rötungen an den Schamlippen zu erkennen.

Vorsorge

  • Tragen Sie kochfeste, luftdurchlässige Baumwollwäsche
  • Verwenden Sie – am besten in Absprache mit dem Arzt – Vaginalpräparate mit Milchsäure (z. B. Eubiolac Verla®), Döderlein-Bakterien (z. B. Vagiflor®) oder Vitamin C (Vagi-C®).
  • Verwenden Sie beim Geschlechtsverkehr Kondome.

Komplementärmedizin

Die Homöopathie empfiehlt u. a. Kreosotum, Pulsatilla und Sepia zur Akutbehandlung, besser ist eine individuell abgestimmte Konstitutionstherapie nach einer ausführlichen Anamnese.

Vulvodynie

Vulvodynie: Bezeichnung für chronische Schmerzzustände im Bereich des äußeren Geschlechtsorgans der Frau, für die keine erkennbaren Ursachen gefunden werden können. Betroffen sind in der Regel junge Frauen. Behandlungsstrategien, die auch Linderung verschaffen, gibt es mehrere, eine Heilung ist jedoch derzeit nicht möglich.

Leitbeschwerden

  • Juckreiz und brennende Schmerzen oft über die gesamte Haut vom Schamhügel bis zum After, manchmal auch die Scheide mit einschließend.
  • Druck- und Zugbelastung sowie Berührung am äußeren Geschlechtsorgan sind so unangenehm, dass auf Unterwäsche verzichtet wird und eventuell schon das Gehen als Belastung empfunden wird.
  • Geschlechtsverkehr ist häufig unmöglich, wird er praktiziert, erreichen die Beschwerden danach ein Maximum.
  • Unmöglichkeit, Tampons einzuführen.
  • Schmerzen beim Wasserlassen und Blut im Urin.

Die Erkrankung

Die Vulvodynie betrifft nach Studienergebnissen über 5 % der Frauen mindestens einmal im Leben, wobei die Schmerzen individuell sehr unterschiedlich sein können. Ob es sich um eine Krankheit handelt oder nicht vielmehr um ein komplexes Beschwerdebild, ist umstritten. Tendenziell wird es aber inzwischen als eigene Erkrankung im Schnittpunkt zwischen Gynäkologie, Dermatologie und Psychosomatik anerkannt . Trotzdem wissen viele Haus-, Haut- und Frauenärzte nichts von dieser Erkrankung – und so wundert es nicht, dass Betroffene oft viele Arztbesuche brauchen, bis ihr Beschwerdebild richtig gedeutet wird.

Unstrittig ist die häufige Verbindung der Vulvodynie mit anderen funktionellen Erkrankungen wie der Fibromyalgie oder – am häufigsten – der interstitiellen Zystitis (IC).

Das macht der Arzt

Die Vulvodynie ist eine Ausschlussdiagnose – d. h. der Arzt muss zuerst alle anderen infrage kommenden Erkrankungen ausschließen. Dies sind in erster Linie eine chronische Adnexitis, Hauterkrankungen des äußeren Geschlechtsorgans, z. B. durch eine Weißfleckenkrankheit oder Pilze, aber auch psychische Erkrankungen wie eine Depression.

Für die Therapie gibt es noch keine allgemein anerkannten Grundsätze. Positive Erfahrungen werden berichtet mit:

  • Kortison für einige Wochen
  • Biofeedback-Übungen zur Entspannung der Beckenbodenmuskulatur
  • Niedrig dosierten Antidepressiva vom SSRI-Typ
  • Entspannungstherapien wie Autogenes Training, Yoga oder Muskelrelaxation nach Jacobson
  • Behandlung des Reizdarms
  • Nichtmedikamentöse Schmerztherapie (Massagen, Wärme-, Kälteanwendungen)
  • Beckenbodentraining
  • Psychotherapie und/oder Sexualtherapie.

Selbsthilfe

Die Therapie der Vulvodynie ist anstrengend. Als erstes sollten Sie einen Arzt suchen, der nicht nur Sie versteht, sondern auch die Krankheit (und es muss auch kein Gynäkologe sein). Als zweites sollten Sie selbst die Erkrankung verstehen lernen, und drittens den verschiedenen Therapiemethoden Zeit lassen, zu wirken:

Beckenboden. Der Wert eines guten und über viele Monate praktizierten Beckenbodentrainings kann gar nicht überschätzt werden. Lassen Sie sich aber mindestens drei Monate Zeit, bis Sie eine Wirkung erwarten.

Sex. Oft ist Geschlechtsverkehr ein besonderer Brennpunkt – ihn zu praktizieren bedeutet heftigste Qualen, ihn aber dauerhaft zu vermeiden stürzt die Betroffenen ebenso ins Unglück. Hier ist Fantasie gefragt: Manchmal helfen Gleitcremes, manchmal (Partner-) Masturbation ohne Vaginalverkehr, manchmal auch nur viel Geduld, manchmal dann auch wieder eine längere Pause. Gelingt es, den Teufelskreis aus Verzicht und Schmerz zu durchbrechen, können wieder praktizierter Sex und Zärtlichkeit nicht nur die Beziehung, sondern auch die Erkrankung sehr positiv beeinflussen, wie Betroffene berichten.

News

Demenz durch frühen Hörverlust?
Demenz durch frühen Hörverlust?

Hörschaden lässt Gehirn altern

In einer amerikanischen Studie zeigte die Gehirnaktivität junger Erwachsener mit leichten Hörschäden Veränderungen, die normalerweise nur im Alter auftreten. Ihr Gehirn versuchte, die Störungen auszugleichen.   mehr

Neuer Warnhinweis für Schmerzmittel
Neuer Warnhinweis für Schmerzmittel

Bundesrat billigt Verordnung

Auf den Verpackungen von rezeptfrei erhältlichen Schmerzmitteln warnen zukünftig neue Hinweise vor einer zu langen Einnahme. Der Bundesrat stimmte der Analgetika-Warnhinweis-Verordnung zu.   mehr

Belohnen mit Fett und Zucker
Belohnen mit Fett und Zucker

Nahrung steuert Gehirnaktivität

Nahrungsmittel, die viel Fett und Zucker enthalten, aktivieren das Belohnungssystem im Gehirn besonders stark. Warum wir nicht die Finger von Pommes, Sahnetorte und Chips lassen können.   mehr

Sport bei Hitze
Sport bei Hitze

Sonnenschutz und viel Trinken

Im Sommer zieht es viele Sportler ins Freie. Gerade bei Hitze und hoher UV-Strahlung ist es wichtig, seinen Körper vor Überhitzung und Überlastung zu schützen. Was beim Sport im Sommer zu beachten ist.   mehr

HPV-Impfung auch für Jungen
HPV-Impfung auch für Jungen

Impfkommission gibt Empfehlung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfahl auf ihrer 90. Sitzung am 5. Juni 2018 die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) für Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Die Nachholimpfung wird bis zu einem Alter von 17 Jahren angeraten.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Tassilo-Apotheke
Inhaberin Dr. Juliane Olf
Telefon 089/91 56 65
Fax 089/91 56 66
E-Mail tassilo-apotheke@olf.de