Haut, Haare und Nägel


Erkrankungen der Nägel

Eingewachsener Nagel

Eingewachsener Nagel (Unguis incarnatus): In den Nagelfalz eingewachsener Finger- oder Fußnagel. Das Einwachsen von Nagelrändern in die umgebenden Hautbereiche tritt am häufigsten an den großen Zehen auf. Dabei kommt es oft zu eitrigen Entzündungen (mit Rötung, Schwellung, pochenden Schmerzen und Eiteraustritt). Das Einwachsen eines Nagels wird durch falsches Schneiden oder Feilen der Nägel und durch zu enges Schuhwerk gefördert.

Das macht der Arzt

Ist der Nagel schon tief eingewachsen, ist ein chirurgischer Eingriff notwendig. Der Arzt entfernt das wuchernde Fleisch entweder mit Hilfe eines Skalpells, mit Kälte (Kyrotherapie) oder mit Hitze (Elektrokaustik). Dieser Eingriff wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

Bei wiederkehrenden Beschwerden kann eine chirurgische Nagelbettverkleinerung (Emmert-Plastik, Nagelkeilexzision) vorgenommen werden, bei der ein Teil des Nagels mitsamt Nagelwurzel entfernt wird. Dadurch wird der nachwachsende Nagel schmaler.

In leichteren Fällen kann auch ein medizinischer Fußpfleger die Behandlung übernehmen. Er verfügt über spezielle Tamponaden oder Nagelkorrekturspangen, mit denen sich Fehlstellungen der Nägel korrigieren lassen. Es handelt sich dabei um einen schmalen Draht, der individuell angepasst und – je nach Ausgangslage – für mehrere Wochen bis zu einem Jahr auf den Nagel geklebt wird. Am Nagelrand ist jeweils ein kleines Häkchen unter dem Nagelrand eingehakt, sodass der Nagel leicht abgehoben und das umliegende Gewebe entlastet wird. Die Nagelspangen regulieren die Nagelstellung ähnlich wie eine Zahnspange. Durch eine eingearbeitete Schlaufe kann die Zugkraft auf den Nagel dosiert werden und die Wachstumsrichtung gesteuert werden bis der Nagel wieder gerade wächst.

Selbstbehandlung und Komplementärmedizin

Wenn der Nagel nur leicht eingewachsen ist, genügt ein regelmäßiges Fußbad mit Kernseife, Kamille oder 1%iger Kaliumpermanganat-Lösung. Nach dem Fußbad kann man das überschüssige „wilde“ Fleisch mit einem Silbernitrat-Stift (Höllenstein-Ätzstift) bestreichen und so zum Absterben bringen.

Fingerentzündung und Zehenentzündung, eitrige

Eitrige Finger- (Panaritium) bzw. Zehenentzündung (Paronychie, Umlauf): Das betroffene Fingerglied, seltener auch ein Zehenglied, ist stark geschwollen, gerötet und in seiner Beweglichkeit eingeschränkt. Außerdem machen sich pochende Schmerzen bemerkbar. Ausgangspunkt ist meistens eine winzige äußerliche Verletzung des Fingers (bzw. der Zehe), durch die Bakterien oder andere Krankheitserreger in tiefere Gewebe gelangen und zu einer Entzündung mit Eiteransammlungen führen. Diese können unter der Haut, unter der Nagelplatte (Nagelbettentzündung) oder neben einem Fingernagel (bzw. Zehennagel) auftreten und unbehandelt auf tiefer liegende Sehnen und Knochen übergehen. Dadurch droht der Verlust des betreffenden Fingers oder der Zehe, weshalb schon bei den ersten Krankheitszeichen ein Arzt aufgesucht werden muss.

Das macht der Arzt

Die Hand oder der Fuß werden (eventuell mit einer Schiene) ruhig gestellt und Eiteransammlungen chirurgisch entleert. Alternativ oder als Ergänzung wird ein Antibiotikum verabreicht. Bei kleineren Entzündungen reicht oft eine äußerliche antibiotische Therapie.

Komplementärmedizin

Eitrige Entzündungen von Fingern oder Zehen bedürfen immer ärztlicher (und antibiotischer) Behandlung. Unterstützend kann auf homöopathischer Ebene Silicea eingenommen werden, auch heiße Kernseifenbäder verschaffen mitunter Erleichterung, ebenso wie Finger- und Fußbäder mit antibakteriell wirkenden Pflanzenextrakten, z. B. aus Eichenrinde oder Kamille.

Nagelpilz

Nagelpilz (Onychomykose, Nagelmykose, Tinea unguium): Befall der Fuß- oder Zehennägel mit Pilzen, meistens Fadenpilze (Dermatophyten). Die Zehennägel sind wesentlich häufiger betroffen als die Fingernägel.

Die Behandlung ist langwierig und schwierig, Rückfälle sind häufig.

Leitbeschwerden

  • Gelbliche bis bräunliche Flecke oder entsprechende Verfärbung des gesamten Nagels
  • Verdickung der Nagelplatte, Verlust der glatten Kontur der Nagelfläche
  • Verformung und Abheben der Nagelplatte vom Nagelbett
  • Brüchigwerden des Nagels am freien Ende.

Familie Dres. med. Claudia und Arne Schäffler, Augsburg
Nagelpilzbefund an der Außenseite der Großzehe eines 36-jährigen Mannes mit Ablösung der verdickten Nagelplatte, Aufrauung der (auf der Innenseite noch intakten) Nagelfläche und Gelbbraunfärbung des betroffenen Bereichs. Solche Befunde sind ausgesprochen schwer zu behandeln, weil die üblichen Antimykotika-Cremes wirkungslos sind und spezielle Antimykotika-Nagellacke wie auch Antimykotika-Tabletten die Pilzherde im Nagelbett nur schwer erreichen.

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn

  • Nicht sicher ist, ob Nagelveränderungen Folge einer Pilzinfektion sind
  • Die Nagelveränderungen im Rahmen der Selbstbehandlung nicht verschwinden
  • Diabetes besteht.

Die Erkrankung

Eine Nagelpilzinfektion entsteht meistens durch Fadenpilze (Dermatophyten), eher selten durch Hefepilze (Candida-Arten) und Schimmelpilze. Bei einem Befall mit Fadenpilzen beginnen die Nagelveränderungen in aller Regel am freien Ende des Nagels und schreiten dann langsam in Richtung Nagelwurzel fort. Bei einem Befall mit Hefepilzen ist es eher umgekehrt.

Die Fußnägel sind weitaus häufiger betroffen als die Fingernägel. Gründe dafür sind das feucht warme Milieu im geschlossenen Schuh sowie kleine Verletzungen durch festes Schuhwerk, die das Eindringen von Krankheitserregern erleichtern. Nicht selten geht eine Fußpilzinfektion voraus.

Das Auftreten von Pilzinfektionen an Füßen und Nägeln wird durch allgemeine Abwehrschwäche und Durchblutungsstörungen begünstigt, beispielsweise bei Diabetes.

Das macht der Arzt

Der Arzt gewinnt etwas Nagelmaterial, um die Pilzart in der Pilzkultur im Labor bestimmen zu lassen und ein passendes Medikament auszuwählen. Bei einer hartnäckigen Pilzinfektion oder gleichzeitigem Befall mehrerer Nägel wird die innerliche Anwendung eines Antimykotikums (z. B. Fluconazol in Diflucan®) erforderlich. Meistens reicht jedoch das mehrmonatige Auftragen eines antimykotischen Nagellacks aus ( Selbstbehandlung). Stark verdickte Nägel reagieren oft besser auf Antimykotika, wenn sie vorher durch „Abweichsalben“ oder Laserabtragung vorbehandelt wurden.

Selbstbehandlung

Zur Behandlung von Nagelpilzinfektionen gibt es spezielle, nicht glänzende Nagellacke, denen ein Antimykotikum zugesetzt ist (z. B. Amorolfin in Loceryl® Nagellack). Der Lack muss ein- bis zweimal pro Woche auf den betroffenen Nagel aufgepinselt werden. Vor jedem neuen Auftragen sollte die erkrankte Nagelstelle sorgfältig abgefeilt und gereinigt werden (entweder mit einem herkömmlichen Nagellackentferner oder einem dem antimykotischen Nagellack beiliegenden Lösungsmittel). Während der Behandlung mit einem antimykotischen Nagellack sollte möglichst kein kosmetischer Nagellack verwendet werden.

Die Behandlung eines Nagelpilzes erfordert Zeit und Disziplin (bei einem Fingernagel mindestens 6 Monate und bei einem Fußnagel bis zu 1 Jahr). Erst wenn ein gesunder Nagel komplett nachgewachsen ist, kann die Behandlung beendet werden.

Vorsorge

Einer Nagelpilzinfektion kann mit den gleichen Maßnahmen begegnet werden wie einer Fußpilzinfektion.

Komplementärmedizin

Zur unterstützenden Therapie bieten sich die komplementärmedizinischen Methoden an, die bei den pilzbedingten Erkrankungen genannt sind.

News

Stehen statt sitzen
Stehen statt sitzen

Leistungsfähiger im Büro

Das Arbeiten im Stehen steigert laut einer britischen Studie die Motivation und Leistungsfähigkeit von Büroangestellten. Lebensqualität und bestehende Rückenprobleme verbesserten sich ebenfalls durch die Arbeit an höhenverstellbaren Schreibtischen.   mehr

Gefahr aus der Gartenerde
Gefahr aus der Gartenerde

Tetanusimpfung auffrischen!

Kleinste Wunden reichen aus, um sich mit Wundstarrkrampf (Tetanus) zu infizieren. Einen wirksamen Schutz bietet die Tetanusimpfung, die nach 10 Jahren aufgefrischt werden muss.   mehr

Hundebesitzer leben länger
Hundebesitzer leben länger

Besser zu zweit als allein

Welchen Einfluss das Leben mit Hund auf die Sterblichkeit hat, untersuchten dänische Forscher. Der Umgang mit den Vierbeinern verbessert die Überlebenschancen, vor allem bei Singles. Personen mit menschlichem Partner profitierten kaum von einem Hund.   mehr

Zahngesunde Ernährung
Zahngesunde Ernährung

Gesundes Essen beugt Karies vor

Egal in welchem Lebensalter – eine ausgewogene Ernährung schützt die Zähne vor Karies. Besonders wichtig ist auch die Wahl des richtigen Getränks. Viele Apotheken in Bayern bieten individuelle Ernährungsberatung an.   mehr

Krebs in Großfamilien
Krebs in Großfamilien

Risiko für Männer und Frauen geringer

In Familien mit vielen Kindern ist das Risiko, an Krebs zu erkranken, für Männer und Frauen verringert. Diesen Zusammenhang stellten Forscher aus der Schweiz und Australien fest.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Tassilo-Apotheke
Inhaberin Dr. Juliane Olf
Telefon 089/91 56 65
Fax 089/91 56 66
E-Mail tassilo-apotheke@olf.de